Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Mitarbeiter 
Bernd Heiden · 03.07.2020

Daimler und Sindelfingen: „Die größte Krise der Nachkriegszeit“

Schwierige Finanzlage der Stadt und ein Minus von 92 Prozent bei Mercedes-Benz

Wiederanlauf bei Mercedes-Benz nach Produktionspause: Die Produktion im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen läuft sukzessive hoch - mit umfangreichen Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter. Ramp-up at Mercedes-Benz after production break: Production at the Mercedes-Benz plant in Sindelfingen is gradually running high - with comprehensive protection measures for the employees.

Sindelfingens Gewerbesteuereinnahmen stürzen gerade ins Bodenlose. Alte Höhen scheinen nur erreichbar, wenn der wichtigste Steuerzahler, das Daimler-Werk wieder auf Trab kommt. Wie realistisch ist das? OB Dr. Bernd Vöhringer und der Betriebsratsvorsitzende des Mercedes-Benz-Werks Sindelfingen Ergun Lümali trafen sich zu einer Diskussion bei den Stadtwerken.

Die derzeitige Steuerprognose für Sindelfingen prophezeit ein 10-Jahres-Tief. „Gewerbesteuer im freien Fall“ lautet die offizielle Sprachregelung, die auch der OB bei dieser vom Stadtverband Sindelfingen, der AG 60 plus und dem Ortsverein Renningen der SPD organisierten Diskussion benutzt. So rechnet die Stadt derzeit mit 15 Millionen Euro. Noch vor 2, 3 Jahren durfte die Stadt mit dem Zehnfachen, an die 150 Millionen Euro wirtschaften.


„Wir befinden uns in der größten Krise der Nachkriegszeit“, sagt der Betriebsratschef des Standortes Sindelfingen Ergun Lümali. Im Gesamtkonzern sei das Ergebnis im 1. Quartal auf 168 Millionen gesunken, ein Minus von 92 Prozent, verglichen mit 2019. Grund sei eine Kombination aus zunächst coronabedingtem Angebots-, dann Nachfrageschock gewesen. Zwar sei die zunächst still gelegte Produktion wieder hoch gefahren. Die im Werk produzierte S-Klasse erlebe gerade gar einen Hype, vor allem wegen Nachfrage aus China. Seit Ende April laufe hier wieder Zwei-Schicht-Betrieb.


Probleme mache dagegen die E-Klasse, das „Volumenfahrzeug am Standort Sindelfingen“. So kritisiert er ausführlich, dass moderne Verbrennermodelle nicht vom Konjunkturpaket, etwa über Kaufprämien, profitieren. Denn wichtig seien in der derzeitigen Situation kurzfristige Maßnahmen. Lümali: „Sollte eine Wiederbelebung nicht passieren, wird die IG-Metall mit Nachforderungen kommen.“


Der gesamte Artikel steht auf www.szbz.de