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31.07.2020

Corona: Die Politik macht es sich zu einfach

Meine Meinung

Urlaub zu Hause: „In solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der Mann hat gut reden. Wenn alle zu Hause bleiben, dann stehen sie sich auf den Füßen. Vor allem, wenn ein Badesee nach dem anderen gesperrt wird. Jüngst sogar das Sipplinger Bodenseeufer – oder auch die Kneippanlage im Sindelfinger Sommerhofental. Natürlich mit Hinweis auf die Vernachlässigung der Corona-Regularien.


Aber damit machen es sich unsere Kommunalpolitiker zu einfach. Da erscheint Covid-19 doch eher als allzu parate Legitimation für behördliche Untätigkeit. Sie haben es in Gottes Namen durchzusetzen, dass möglichst viele Daheimbleiber in den Genuss kommen können, auf der Wiese Sonne zu tanken und sich abkühlen zu können. Und wenn bei einigen die Unvernunft regiert, muss es jetzt Aufgabe der Behörden sein, den Vernünftigen eben einen Urlaub daheim zu ermöglichen. Das erfordert Personaleinsatz, aber das darf keine Rolle spielen. Denn für viele ist zu Hause zu bleiben nicht Wunsch, sondern nach Monaten von Kurzarbeit auch bittere Notwendigkeit.


Darüber hinaus: Jetzt in der Stube sitzen zu müssen, wappnet die körpereigenen Abwehrkräfte nicht vor den Viren des kommenden Winters, da muss man noch nicht mal eine zweite Corona-Welle beschwören.


hansjoerg.jung@szbz.de