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Von Ronald Lars · 22.11.2022

Böblingen: Das Künstlerhaus von Maler Fritz Steisslinger

Vortrag am Sonntag

  • Das Künstlerhaus Steisslinger, gemalt von Fritz Steisslinger, 1920er-Jahre, aus dem Nachlass Fritz Steisslinger. Reproduktion: Stadt Böblingen

  • Diese Schwarzweiß-Bild ist eine Original-Fotografie des Atelier- und Wohnhauses aus dem Nachlass Fritz Steisslinger aus den 1920er-Jahren. Bild: Stadt Böblingen

100 Jahre Künstlerhaus Fritz Steisslinger und eine Überraschungsveranstaltung. Bildvortrag am Sonntag.

Böblingen. Am kommenden Sonntag, 27. November, um 17 Uhr präsentiert der Kunstwissenschaftler Markus Baumgart in der Böblinger Zehntscheuer (Pfarrgasse 2) im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Böblinger Bilderbogen 1900 bis 1950“ Geschichten und Dokumente zur Künstlervilla Steisslinger auf dem Böblinger Tannenberg.


Nach dem Ersten Weltkrieg lebte der Maler Fritz Steisslinger mit seiner jungen Familie in Seeburg bei Bad Urach. Von dort aus entwarf er, ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerks, das Atelierhaus inmitten einer durchgestalteten Parkanlage. Dank eines Erbes seiner Ehefrau Elisabeth hatte er ein großes Grundstück auf dem Tannenberg erwerben können, auf dem damals eine Gartenstadt in Planung war. Ende 1922, also vor genau 100 Jahren, bezog die Familie Steisslinger das Haus, das in den kommenden Jahrzehnten zum Refugium wurde, immer wieder aber auch vom Verlust bedroht war.


Dokumente aus dem NachlassZur Vollendung des Baus liegt ein umfangreiches Konvolut von Dokumenten im Künstlernachlass vor, aus dem sich die Baugeschichte rekonstruieren lässt. Es zeigt, dass mit der Ausführung der Böblinger Architekt Albert Kohler betraut war, der 1924 ein Bauunternehmen gründete, das bis in jüngerer Zeit in Böblingen existierte. Auch lassen sich einige der beteiligten Böblinger Firmen anhand von Rechnungen identifizieren. Und es lässt sich im Zusammenhang mit der zeitgleichen Liquidation der Aktienbrauerei Zahn ein interessanter Fall frühen Baustoff-Recyclings belegen.In dem Bildvortrag werden bislang nie gezeigte Archivalien zu sehen sein und neueste Forschungsergebnisse präsentiert. Der Schwerpunkt soll auf der Entstehungsgeschichte des Hauses und der Tannenberg-Siedlung in den 1920er-Jahren liegen. Erklärt wird aber auch, wie ausgerechnet die Bierherstellung in Brasilien den Bau in Böblingen ermöglichte.Auch eine zusätzliche, bislang nicht im Rahmenprogramm angekündigte Veranstaltung wird es geben. Am Donnerstag, 1. Dezember, um 17 Uhr wird Peter Conzelmann in einem letzten öffentlichen Auftritt vor seinem Ausscheiden als Leiter des städtischen Amtes für Kultur zur Person und Zeitgeschichte des ersten demokratisch gewählten Böblinger Bürgermeisters Georg Kraut (1917 bis 1937) sprechen.Die Veranstaltung ist als offene Gesprächsrunde angelegt. Sie findet in der Zehntscheuer vor dem von Fritz Steisslinger gemalten Porträt Georg Krauts (das vor einigen Jahren als zufälliger wie spektakulärer „Dachbodenfund“ als Dauerleihgabe in die Böblinger Kunstsammlung gelangte) in der aktuellen Ausstellung „Böblinger Bilderbogen 1900 bis 1950“ statt. Anschließend führt Galerie-Leiterin Corinna Steimel im Rahmen der regulären Afterwork-Termine ab 18.00 Uhr durch die Ausstellung.Das weitere Rahmenprogramm ist zu finden auf der Galerie-Homepage unter staedtischegalerie.boeblingen.de im Internet.