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Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 14.06.2018

Biennale: Shakespeare auf dem Hill

Sindelfingen: Herrenwäldlesberg und Mercedes-Werk als Schwerpunkt-Schauplätze der Biennale 2019

Regisseurin Hildegard Plattner soll bei der Biennale im nächsten Jahr Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf dem Herrenwäldlesberg inszenieren. Bild: Stampe/Archiv

Der Programmrahmen für die kommende Biennale steht. Einer der Höhepunkte des Kulturfestivals wird eine Shakespeare-Inszenierung unter Regie Hildegard Plattners auf dem Herrenwäldlesberg. Auch das Mercedes-Werk könnte zu einem der Biennale-Hauptschauplätze werden.

Kulturamtsleiter Horst Zecha, gemeinsam mit Stadtmusikdirektor Markus Nau Biennale-Projektleiter, betont allerdings, dass es sich bei dem im Kulturausschuss vorgestellten Programmrahmen um das Maximalprogramm handele. An verschiedenen Stellen müssten noch die Details kalkuliert werden.

So gibt es noch Fragezeichen, wie genau die unterm Titel „WerkStadtSinfonie“ mit dem Mercedes-Benz Werk angedachte Kooperation aussieht. Schauplatz für laut Zecha vier denkbare Aufführungen im einzig möglichen Zeitfenster zwischen dem 20. und 28. Juni 2019 wäre die „Factory 56“, die neue, derzeit im Bau befindliche Daimler-Fertigungshalle. Pro Aufführung hätten dabei tausend Besucher Platz. Ein Größenumfang, der, so Zecha, den Biennale-Höhepunkten 2015 mit dem Theaterstück „Sindelfinger Jedermann“ beziehungsweise 2017 mit dem Pop-Musical „Bühne der Träume“ entspreche. Als potenzielle Mitwirkende bei den Factory 56-Veranstaltungen stehen das Daimler-Sinfonieorchester, die MVS-Big-Band, Adrian Werums Orchester der Kulturen, weitere Kulturvereine, ein Projektchor und die Bürgerstiftung im Fokus.

Einstige Pioniertat

Als weit oben auf der Biennale-Leiter rangierendes Highlight sieht Horst Zecha die Inszenierung von William Shakepeares „Ein Sommernachtstraum“ unter der Regie von Hildegard Plattner. Die langjährige Leiterin des Theaterbereichs der Böblinger Musik- und Kunstschule, über die Stadtgrenzen bekannt geworden durch spektakuläre Inszenierungen wie zum Böblinger Stadtjubiläum 2003 mit der Bauernoper Yaak Karsunkes oder 2014 mit der Open-Air-Inszenierung von Felix Hubys „55 Sommer“ beim Hofgut Mauren, knüpft damit an ihre einstige Pioniertat an: Ihre Inszenierung des Sommernachtstraums 1995 auf dem Herrenwäldlesberg – im Jugendslang lange Jahre „Hill“ genannt – gilt als Wiederentdeckung der seit 2010 wieder regelmäßig genutzten Naturbühne über dem Sommerhofenpark. Für den Biennale-Sommernachtstraum sind 12 bis 15 Aufführungen im Gespräch, die Produktion liegt in den Händen von Sabine Duffner und ihrem Theater-Ensemble, angepeilt wird aber eine Beteiligung von Schauspielern aller Sindelfinger Theatergruppen, das Casting soll im Spätsommer laufen.

Anders als zum Stadtjubiäum 2013 mit dem Musical „Sirenen der Heimat“ und bei den Biennalen 2015 mit „Sindelfinger Jedermann“ und 2017 mit dem Jugend-Popmusical „Bühne der Träume“ beschert die Biennale 2019 kein eigens geschriebenes Theater- oder Musiktheaterstück, aber es soll eine Tanztheater-Uraufführung geben. Unterm Titel „Stadt (T) räume“ werden das Andas Modern-Dance-Ensemble der SMTT unter Leitung von Monika Heber-Knobloch in bis zu fünf Teilorten und Stadtteilen mit der Erzählerin Corinna Hahn und dem Musikerduo Tobias Götzmann und Igor Petrov eine neu entwickelte Choreografie tanzen.

Erstmals zu einem Biennale-Format gibt es einen offen ausgeschriebenen Kleinkunstwettbewerb, dessen Vorrunde schon vor dem offiziellen Beginn des Kulturfestivals im Mai startet. Je nach Anmeldezahlen seien für den Wettbewerb verschiedene Austragungsorte denkbar, so Horst Zecha, unter anderem auch ein Jugendhaus.

Musik an vielen Orten

Beim an vielen Orten laufenden Musikprogramm will sich offenbar erstmals bei einer Biennale auch die Sindelfinger Orchestervereinigung beteiligen. Es gebe dafür im Orchester eine große Offenheit, sagt Horst Zecha. Zusätzlich werden im Biennale-Rahmen die Schulorchestertage in Kooperation mit dem Kultusministerium in Sindelfingen stattfinden.

Zu historischen Themen stehen 100 Jahre Schnödenecksiedlung, 100 Jahre Demokratie und 150 Jahre Webschule auf dem Plan. Als zentrale historische Persönlichkeiten sind der einst in Sindelfingen wirkende, vergangenes Jahr mit einer Landesausstellung in Magdeburg gewürdigte Architekt Carl Kray, der einstige Bürgermeister Wilhelm Hörmann und Mäzenin Mina Schmidt-Moscherosch auserkoren.

Sehr vage bleibt bislang die Einbindung der Städtischen Galerie unter Beteiligung von Sindelfinger Künstlern. Konkreter sind dagegen die Überlegungen zu Spraykunst. Maximilian Frank soll dazu einen Jugendworkshop anbieten. Wie bei bisherigen Biennalen sind wieder bis zu vier Gesprächsveranstaltungen geplant, die das kommende Biennale-Motto „Alte Stadt sucht neue Formen“ aufgreifen.

Weil hinter den Terminen von „WerkStadtSinfonie“ noch Fragezeichen stehen, ist auch der derzeit als Biennale-Start gehandelte 28. Juni nicht zementiert. Gesetzt ist dagegen der Abschluss. Der wird wie schon 2017 am 27. Juli 2019 mit einem Bürgerpicknick im Sommerhofenpark und einem Feuerwerk gefeiert.