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Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 09.06.2021

Betriebsärzte: Die dritte Säule der Impfstrategie im Kreis Böblingen

Kreis Böblingen: Digitales Treffen mit Blick auf Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebsärzteschaft am Mittwoch

Seit Montag, 7. Juni ist die dritte Säule der Impfstrategie, die Impfungen durch Betriebsärzte, geöffnet. Der Landkreis Böblingen lud zu einem digitalen Treffen ein, um gemeinsam die Herausforderungen bei der Umsetzung und mögliche Unterstützungsmaßnahmen durch den Landkreis beiziehungsweise seitens der Kommunen zu besprechen. Neben den Impfzentren als erster und der niedergelassenen Ärzteschaft als zweiter Säule bildet die Betriebsärzteschaft nun die dritte Säule in der Impfstrategie.

„Die Pandemie hat auch die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt“, so Landrat Roland Bernhard. „Sie hat massive Einwirkungen auf das berufliche Leben; alle Sparten sind in irgendeiner Weise davon betroffen.“ Er begrüße ausdrücklich, dass die Betriebsärzte nun mit in das Impfgeschehen einsteigen, so Bernhard weiter. „Allein nach wie vor fehlt der Impfstoff. Dabei würde den Betriebsärzten als dritte Säule nun eine große Bedeutung zukommen auf dem Weg dahin, die Impfquote im Landkreis so schnell wie möglich zu erhöhen.“ (Bild: ©Valerii - stock.adobe.com)


Eigenen Schätzungen zufolge zählt der Landkreis Böblingen inklusive Niederlassungen rund 17.000 Betriebe. Das Engagement vieler Unternehmen, die sich auch für Modellprojekte beworben hatten, sei sehr erfreulich und einige hätten sich auch mit Unterstützungsanfragen schon bei der Kreisbehörde gemeldet.


„Für viele Betriebe im Landkreis, die ihren Mitarbeitern gerne ein Impfangebot über ihre Betriebsärzte anbieten würden, ist der Impfstoffmangel ein großes Hemmnis und sorgt für viel Frustration“, sagt Marion Oker, Leitende Geschäftsführerin der IHK Region Stuttgart, Bezirkskammer Böblingen. Thomas Wagner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Böblingen, richtet den Blick auf die kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs) und auf deren Beschäftigte. „Diese stabile Säule des Mittelstands darf bei der künftigen Impfstrategie und deren Umsetzung nicht außen vor bleiben“, so Wagner.


Er betont, dass es auch ein entsprechendes Impfangebot an die KMUs und deren Beschäftigten geben muss. „Viele der rund 188.000 Beschäftigten im Handwerk in der Region Stuttgart stehen seit Monaten in direktem Kundenkontakt – teilweise im wahrsten Sinne des Wortes hautnah. Die großen Unternehmen konnten diese Woche mit den Impfungen durch die Betriebsärzte bereits beginnen, die KMUs noch nicht. Hier müssen zeitnah geeignete Strukturen mit den Betriebsärzten und zuständigen kommunalen Institutionen geschaffen werden, damit - wenn die ausstehenden Impfstofflieferungen eintreffen - schnell und zügig agiert werden kann.“


Für die Betriebsärzteschaft äußert sich Dr. Martin K. Riedel vom Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen, gleichzeitig Ärztlicher Koordinator Pandemiemanagement der Daimler AG: „Wir sind froh, dass jetzt auch Betriebsärzte die Impfkampagne unterstützen und die Zahl der Impfungen beschleunigen können. Wir können auf eine gute Infrastruktur und jahrelange Erfahrung mit Impfungen zurückgreifen. Zudem erreichen wir auf kurzem Weg eine große Zahl an Beschäftigten, die aufgrund der Priorisierung von einem Impfangebot bisher keinen Gebrauch machen konnten oder Menschen ohne eigenen Hausarzt.“


Im Vordergrund bleibe die ausreichende Versorgung mit Impfstoff. „Als Kreisverwaltung wollen wir  auch in dieser dritten Säule der Impfstrategie eine koordinierende Rolle einnehmen und den engen Schulterschluss aller Beteiligten üben – gemeinsam mit IHK und Kreishandwerkerschaft, mit Ärzteschaft und Apotheken“, so Landrat Bernhard. Nach früheren Aussagen des Landes sollen 20 Prozent der Impfstoffkontingente an das Land auf die Betriebsärzteschaft entfallen.


„Diese Impfdosen aus dem Betriebsärztekontingent müssen voll umfänglich abgerufen werden.“ Und – wichtig bleibe auch ein einheitliches Monitoring der Daten, wenn nun die Betriebsärzteschaft mit einbezogen ist. Denn in den Unternehmen sind auch Menschen aus anderen Landkreisen beschäftigt – da rückt eine korrekte Datenlage, um die Impfquoten je Landkreis im Blick zu behalten, einmal mehr in den Vordergrund.

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