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Von unserem Redakteur Daniel Krauter · 24.02.2017

Bertrandt weiter auf der Überholspur

Ehningen/Sindelfingen: Ingenieurdienstleister blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr 2015/2016 / Dividende von 2,50 Euro je Stückaktie

Der Ingenieurdienstleister Bertrandt aus Ehningen kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015/2016 zurückblicken. Die Aktionäre durften sich gestern bei der Hauptversammlung in der Sindelfinger Stadthalle mit 2,50 Euro je Stückaktie über die höchste Dividende in der Firmengeschichte freuen.

Das Geschäftsjahr 2015/16 (1. Oktober bis 30. September) war beim Ehninger Ingenieurdienstleister Bertrandt erneut ein Jahr der Rekorde: Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz nach 935,3 Millionen Euro im Vorjahr um 6,1 Prozent auf 992,7 Millionen Euro. Der Gewinn wuchs von 62,6 Millionen Euro um 1,6 Prozent auf 63,6 Millionen Euro an. Die Dividende wurde von 2,45 Euro auf 2,50 Euro je Stückaktie erhöht. Bei der Mitarbeiterzahl kann man einen Höchststand in der Unternehmensgeschichte verzeichnen: Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg um 545 auf 12912.

Nach 84,9 Millionen Euro im Vorjahr wurde auch im Geschäftsjahr 2015/2016 mit 83,4 Millionen Euro wieder kräftig in den Bertrandt-Konzern investiert. „Unsere Investitionen bilden die Grundlage, um bestehende Leistungen zu erweitern und neue aufzubauen. Mit unserem Angebot können wir bereichsübergreifende Projekte in einem zunehmend komplexeren Entwicklungsumfeld bearbeiten. Bertrandt konnte unter anspruchsvollen Bedingungen Gesamtleistung und Ertrag erneut steigern“, sagte der Bertrandt-Vorstandsvorsitzende Dietmar Bichler (Bild: z)

Am 1. Oktober feierte das Ehninger Unternehmen das 20-jährige Börsenjubiläum. „Der Börsengang legte damals die Grundlage für unser Wachstum und die internationale Expansion“, blickte Dietmar Bichler zurück. Am ersten Handelstag betrug der Emissionskurs umgerechnet 6,65 Euro. Seitdem hat sich die Bertrandt-Aktie positiv entwickelt: Sie startete mit einem Tagesschlusskurs von 96,15 Euro im Xetra-Handel in das Geschäftsjahr 2015/2016. In den ersten Wochen zeigte sie eine gute Performance und erreichte am 3. Dezember 2015 mit 115 Euro ihren Höchstkurs in der Berichtsperiode. Im zweiten Quartal des Berichtsjahres geriet der Automobilsektor unter Verkaufsdruck. Dies blieb auch für die Bertrandt-Aktie nicht ohne Folgen. Ihr Wert notierte am 6. Juli 2016 mit 82,80 Euro auf dem tiefsten Stand. Bis zum Ende des Geschäftsjahres erholte sich der Kurs: Die Aktie schloss am letzten Handelstag mit 97,01 Euro.

Etwa 90 Prozent des Geschäfts wickelt Bertrandt mit der Automobilindustrie ab. Dazu kommen Luftfahrt, Energie-, Medizin- und Elektrotechnik sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Bei Bertrandt hat man auch im Geschäftsjahr 2015/2016 wieder in übergreifendes Wissen und Infrastruktur investiert. So baut man bestehende Kompetenzen weiter aus und erschließt innovative Themen, etwa in der Vernetzung oder bei neuen Entwicklungstechnologien. In der Entwicklungsarbeit werden zukünftig mehr dreidimensionale Visualisierungstechniken eingesetzt. Dabei interagieren Projektteams in der physikalischen Welt mit virtuellen Modellen. Hierdurch können die Bertrandt-Ingenieure Entwicklungsentscheidungen lange vor einem realen Modell treffen und den Produktentstehungsprozess noch effizienter steuern. Zum Trend „Autonomes Fahren“ hat man das Innovationsprojekt „b.competent“ aufgesetzt: Dabei optimieren anhand eines Technologieträgers Sicherheits- und Komfortaspekte von Fahrerassistenzsystemen. Zudem können Informationen von unterschiedlichsten Fahrzeugen geteilt und Handlungsempfehlungen für vorausschauendes Fahren abgeleitet werden.

Drei Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur ragten heraus: Seit Juli 2016 ist Bertrandt mit einer neuen Betriebsstätte in Fürth vertreten. Hier entwickelt man Lösungen für die Automatisierungstechnik. Um die Kunden bei ihren Auslandsprojekten zu begleiten, hat man einen Standort im rumänischen Sibiu eröffnet. Auch im österreichischen Steyr ist Bertrandt mit einer Entwicklungseinheit vor Ort. Als Beispiel für eine der größten Investitionen der letzten Jahre steht das Technologiezentrum in Mönsheim. Auf 58 000 Quadratmeter Fläche hat man alle Aspekte für die Entwicklung zukünftiger Mobilität gebündelt.

Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte Dietmar Bichler eine positive Unternehmensentwicklung: „Wir wollen Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre mit unserer Leistungsfähigkeit überzeugen. Als Unternehmen mit Weitsicht und einer soliden finanziellen Basis möchten wir unseren erfolgreichen Weg fortsetzen, die technologische Zukunft mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestalten und dabei Trends erkennen und Perspektiven schaffen.“

Karosserie-Entwicklung bei Bertrandt. Bild: z