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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 07.12.2017

Bei Schichtwechsel wird es eng

Dagersheim: Verkehrsuntersuchung zum neuen Daimler-Wareneingang im Ortschaftsrat

Verkraftet der Verkehr den neuen Lastwagen-Wareneingang der Daimler AG in der Dornierstraße auf der Böblinger Hulb? Um diese Frage des Dagersheimer Ortschaftsrats zu beantworten, hat der Böblinger Leiter des Tiefbauamts, Frank Bader, eine Verkehrsuntersuchung vorgestellt.

Ergebnis: Bei Schichtwechsel bricht auf der Kreuzung zwischen Dornier- und Junkerstraße zwar der Verkehr zusammen, im Schnitt kommen die Straßen jedoch mit der zusätzlichen Belastung zurecht.

Dass die Daimler AG den Wareneingang für ihre Lastwagen, die nicht sofort wieder abfahren, von Sindelfingen auf die Dornierstraße der Böblinger Hulb verlegen möchte, kam für die Böblinger Stadtverwaltung überraschend. „Im Frühjahr haben wir noch nichts davon gewusst“, sagt Frank Bader, „jetzt ist der Wareneingang schon fertig.“

Entsprechend skeptisch zeigte sich der Dagersheimer Ortschaftsrat angesichts dieser Pläne am 11. Juli, als das Gremium den Bauantrag vorgelegt bekam. Die von Daimler vorgelegte Verkehrsuntersuchung, die den Kreuzungen auf der Hulb die nötige Leistungskraft bescheinigt, stellten die Dagersheimer infrage und beauftragten die Böblinger Stadtverwaltung mit einer eigenen Untersuchung.

Diese vom Karlsruher Büro Modus Consult ausgeführte Verkehrszählung liegt nun vor. Ergebnis: Während des Daimler-Schichtwechsels wird es zwischen 13.15 und 14.15 Uhr eng auf der Kreuzung zwischen Dornier- und Junkerstraße – am 19. Juli zählte das Büro dort während dieser Zeit 1432 Fahrzeuge. „Während Spitzenzeiten ist nicht ausgeschlossen, dass es dort zum Stau kommt“, fasst Frank Bader zusammen.

Aber die mittlere Wartezeit liege dennoch bei einem Wert, der laut Vorgaben als vertretbar gelte. Bis zum Jahr 2030 seien die Straßen laut Prognose leistungsfähig genug, um den Daimler-Wareneingang zu verkraften, so Bader. Das gilt sowohl für die Kreuzung zwischen Dornier- und Junkerstraße als auch für die Abzweigung von der Dornierstraße in den Wareneingang – dieser liegt etwas nördlich der Unterführung unter die A 81.

Sollte sich künftig herausstellen, dass der Wareneingang mit seinem Parkplatz für 150 Sattelschlepper den Verkehr überlastet, hat sich Böblingen abgesichert: Ein Vertrag verpflichtet die Daimler AG in diesem Fall, die Einmündung in den Wareneingang mit einer Ampelanlage nachzurüsten – auf eigene Kosten. „Wir hoffen, dass wir diese Option nicht ziehen müssen“, so Frank Bader.

Unabhängig vom neuen Daimler-Wareneingang wird der Verkehr auf der Hulb in den kommenden Jahren problematisch werden, wie Frank Bader ausführt. So werde der sogenannte Daimler-Knoten, also die Kreuzung zwischen Böblinger Straße, Dornierstraße und Daimlerstraße, voraussichtlich erst 2019 ausgebaut. Insgesamt werde die Tatsache, dass die Hulb über nur vier Zufahrten verfüge, mittelfristig zum Problem, so Bader.

Auf der Hulb werde eine Konzentration geschaffen, „die größer ist als in der gesamten Region. Darüber muss man sich rechtzeitig Gedanken machen.“ Der sogenannte „Masterplan Hulb“ müsse eine schlüssige Verkehrskonzeption beinhalten, fordert deswegen Ortschaftsrat Frank Wolf (CDU).

Um künftig besser auf veränderte Situationen reagieren zu können, müssten die Städte Böblingen und Sindelfingen sowie die Industrie besser zusammenarbeiten, sagt Frank Bader.