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Von Hansjörg Jung · 17.04.2019

Bauern bieten Blumenwiesen

Kreis Böblingen: 9 Landwirte haben mit Blüh-Patenschaften ein neues Angebot

Biene am blühenden Futternapf. Bild: Jung

Zum Volksbegehren zur Rettung der Bienen ist es in Baden-Württemberg zwar noch nicht gekommen, aber auch hierzulande bieten Landwirte Blüh-Patenschaften für mehr Blumenwiesen in der Landschaft an – im Kreis Böblingen sind es derzeit 9 zwischen Renningen und Bondorf. Auch der Naturpark Schönbuch wirbt dafür, mehr „Oasen der Artenvielfalt“ zu schaffen.

Ob Heckengäulinse, Magalitza-Schweine oder auch Swingolf Andreas Kindler, umtriebiger Landwirt in Renningen und Vorsitzender des Bauernverbands im Kreis Böblingen, ist um Ideen selten verlegen, neue Perspektiven für die Landwirtschaft im Landkreis Böblingen zu entwickeln. Nun bietet er unter dem Motto „Wir handeln zum Schutz der Insekten für den Klimaschutz“ Blüh-Patenschaften an und plant dafür aus seiner Abnbaufläche 5 Hektar, also eine Fläche von rund 5 großen Fußballfelder, zur Verfügung zu stellen.
„Ich hatte schon seit ein paar Monaten die Idee. Nachdem die Kollegen in Bayern im Zuge des Volksbegehrens rettet die Bienen“ begonnen hatten, Blüh-Patenschaften anzubieten, war klar, dass die auch zu uns herüber schwappen wird“, sagt Andreas Kindler. So sind es im Kreis Böblingen derzeit 8 weitere landwirtschaftliche Betriebe, die sich dem Beispiel Kindlers angeschlossen haben und ihre Kontaktadressen auf der interaktiven Landkarte des Landesbauernverbands www.bwbluehtauf.de eingetragen haben.
Ökologische Imagepflege
Andreas Kindler hatte vor ein paar Wochen damit begonnen, vor allem Firmen anzuschreiben und für seine Idee, gewissermaßen als ökologische Imagepflege dieser Betriebe, zu werden. Allein, das Echo war sehr bescheiden. „Dabei haben wir in der Region genügend Firmen, die ein schlechtes Gewissen haben müssten. Aber sie sind nicht bereit, etwas für die Umwelt zu tun“, sagt der streitbare Renninger. Natürlich auch an private Interessenten richtet sich das Angebot des Landwirte – Andreas Kindler stellt sich dabei einen Beitrag von 200 Euro für 100 Quadratmeter Fläche pro Jahr vor.
„Das muss den Menschen etwas wert sein“, sagt er – auch mit Blick auf die seit Jahrzehnten unter Preisdruck stehenden Landwirte. Die Getreidepreise seien seit Jahren im Keller, die Milchpreise sowieso und mit Blick auf das Fleisch sagt Andreas Kindler: „Es ist doch Wahnsinn, wenn Schweinefleisch billiger als Hundefutter verkauft wird.“ Natürlich hätten auch die Landwirte ihr Scherflein zum Klimawandel beigetragen. Aber, so Andreas Kindler: „Die Landwirte sind nicht an allem schuld.“ Zumal landesweit bereits auf landwirtschaftlichen Flächen bereits auf 18 000 Hektar Blütenmischungen ausgesät seien, als Beitrag der Landwirtschaft.

Die ganze Geschichte zu den Blüh-Patenschaften und dem Aufwand der Bauern steht am Freitag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de..

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