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Von unserem Redakteur Daniel Krauter · 06.11.2018

Bänke erinnern an den großen Einsatz

SZ/BZ-Serie „Wir helfen uns selbst“ (Teil I): Der Magstadter Bürgerverein Trasse 3a kämpfte 17 Jahre lang für die Fertigstellung der B 464

  • Seit dem 10. April 2014 fließt der Verkehr auf der B 464 um Magstadt. Nachdem die Mission erfüllt war, wurde der Magstadter Bürgerverein Trasse 3a aufgelöst. Bild: Reichert/A

Seit dem 10. April 2014 fließt der Verkehr auf der B 464 um Magstadt. Nachdem die Mission erfüllt war, wurde der Magstadter Bürgerverein Trasse 3a aufgelöst. „Keiner von uns konnte ahnen, dass wir auf die Einweihung 17 Jahre würden warten müssen“, sagt die ehemalige Vorsitzende Sabine Schmidt.

„Ohne den Bürgerverein, insbesondere ohne das tolle Engagement der Vorsitzenden Sabine Schmidt, könnten wir die Bundesstraße 464 immer noch nicht befahren“, sagte der damalige Magstadter Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Merz bei der Auflösung des Bürgervereins Trasse 3a im Mai 2014. Seit dem 10. April 2014 fließt der Verkehr über den dritten Bauabschnitt der B 464. Damit hatte sich der jahrelange Kampf des Bürgervereins Trasse 3a gelohnt.

„Mit dem fertiggestellten rund 1,2 Kilometer langen dritten Bauabschnitt der B 464 vom bisherigen Bauende an der Kreisstraße 1006 zwischen Ihinger Hof und Magstadt bis zur Einmündung der B 464 in die B 295, werden die Ortsdurchfahrten von Sindelfingen, Maichingen und Magstadt vom täglichen Durchgangsverkehr entlastet“, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann damals bei der feierlichen Verkehrsfreigabe.

Über 300 Mitglieder

Die Gründung des Bürgervereins Trasse 3a im November 1997 ging mit auf eine Anregung von Erwin Teufel zurück. „Wir haben uns in der Nachbarschaft vor dem Besuch von Erwin Teufel im Jahr 1996 zusammengesetzt und beraten, was wir gegen dieses immer schlimmer werdende Verkehrsaufkommen in Magstadt unternehmen könnten“, erinnert sich Sabine Schmidt. Daraufhin wurde Ministerpräsident Teufel am Rathauseck mit Banner und einigen Mitstreitern empfangen. „Wir hatten die Jahre zuvor die schier endlosen Diskussionen um die Trassen miterlebt, und als das Regierungspräsidium dann die Trasse 3a präferiert hatte, haben wir uns entschlossen, dieses Vorhaben zu unterstützen. Das war der Strohhalm, an den wir uns geklammert hatten, wohl wissend, dass es entweder diese Trasse oder gar keine geben würde“, sagt Sabine Schmidt.

Als im Jahr darauf entgegen der Ankündigung der Planfeststellungsbeschluss (Baugenehmigung) nicht eingeleitet wurde, machten die Magstadter Nägel mit Köpfen. Mit der Vereinsgründung gossen sie ihren Protest in eine feste Organisation. Sie demonstrierten zum ersten Mal und sammelten 3300 Unterschriften für den Bau der Straße. „Die Bereitschaft der Mitbürger da mitzumachen war überwältigend, hat aber auch gezeigt, dass dieses Thema vielen unter den Nägeln brannte“, sagt Sabine Schmidt (Bild: Krauter/A).

Über 300 Mitglieder hatte der Magstadter Bürgerverein. „Ich hätte natürlich niemals gedacht, dass es mit dem Bau so lange dauern würde, zumal das Planfeststellungsverfahren schon lange in Gang war. Allerdings habe ich schon 1986, als ich nach Magstadt gekommen war, die Diskussionen in der Festhalle miterlebt“, sagt die ehemalige Vorsitzende Sabine Schmidt im Rückblick.

Bei der Vereinsgründung hatte man sich darauf verständigt, dass, wenn noch Geld bei der Auflösung übrig bleiben würde, dieses an die Gemeinde Magstadt übertragen werden sollte und die ganze Gemeinde etwas davon haben sollte. Es wurden Bänke gekauft, die als Ensemble direkt an der Maichinger Straße, Einmündung Bachstraße, stehen. Auf den Bänken befindet sich eine Gravur: „Bürgerverein Trasse 3a“.

Der Einsatz des Bürgervereins Trasse 3a hat sich gelohnt. Mit Fertigstellung der B 464 konnte der Durchgangsverkehr mit 25 000 Fahrzeugen erheblich reduziert werden. „Wenn man sieht, wie hoch das Verkehrsaufkommen auf der Umgehungsstraße heute ist, dann bin ich sehr froh, dass wir das nicht direkt in unserem Ort erleiden müssen. Leider war der Lückenschluss bei Renningen nicht Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses und somit konnte er auch nicht gleich mitgebaut werden. Wir haben viele Male bei den verantwortlichen Stellen – wie beispielsweise dem Regierungspräsidium – darauf hingewiesen, ohne aber Gehör zu finden“, sagt Sabine Schmidt.

Auch mit Renningen habe man Kontakt aufgenommen und dieses Problem angesprochen, allerdings ist man auch dort auf taube Ohren gestoßen. „Zudem war eigentlich auch vorgesehen, die L 1189 von Schafhausen nach Magstadt auszubauen und auch einen Fahrradweg mit anzulegen, allerdings wurde an diesem Vorhaben nicht festgehalten, was ich sehr bedaure“, sagt Sabine Schmidt.

Info

Zur SZ/BZ-Serie „Wir helfen uns selbst“ gibt es ein 4-Wochen-Abo für 18 Euro und dazu einen Gutschein über 10 Euro vom Biolandhof Bodemer in Ehningen. Zu bestellen per Post unter SZ/BZ, Leserservice, Böblinger Straße 76, 71065 Sindelfingen, per Telefon unter 0 70 31 /862 - 252 oder online unter www.szbz.de In der nächsten Folge geht es am Donnerstag um das Breitensteiner Lädle.

 

 

Als Magstadter erlebte Daniel Krauter die prekäre Verkehrssituation vor dem Bau der B 464 hautnah mit.