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Von unserem Redakteur 
Daniel Krauter · 10.12.2019

B 464: Vier Tote in elf Tagen

Kreis Böblingen: Die Bundesstraße 464 schreibt immer wieder mit tragischen Unfällen Schlagzeilen / Forderungen werden laut, mehr für die Sicherheit zu tun

Am Montagabend gegen 19 Uhr ereignete sich der zweite tödliche Unfall auf der B 464 binnen zehn Tagen. Bild: SDMG/Dettemmeyer

Auf der B 464 gab es am Montagabend den zweiten tödlichen Unfall innerhalb von elf Tagen (die SZ/BZ berichtete). In den letzten beiden Jahren kamen auf der Bundesstraße insgesamt acht Menschen ums Leben. Nach den Unfällen werden Forderungen laut, mehr für die Sicherheit zu tun.

Am Montagabend gegen 19 Uhr war den polizeilichen Ermittlungen zufolge ein BMW-Fahrer von Renningen kommend in Richtung Magstadt unterwegs. Nach der Einmündung der B 295 überholte er zunächst ein vorausfahrendes Auto, um im Anschluss einen Tanksattelzug zu überholen. Dabei stieß er frontal mit dem entgegenkommenden VW einer 52-jährigen Frau zusammen. Durch die Kollision wurde der BMW nach rechts abgewiesen, stieß seitlich gegen den Tanklastzug und schleuderte letztlich in die Leitplanken links der Fahrbahn. Der 36-Jährige zog sich dabei schwerste Verletzungen zu, und starb noch an der Unfallstelle.

 

Die 52-jährige VW-Fahrerin, deren Fahrzeug ebenfalls an der Leitplanke zum Stehen kam, wurde mit schweren Verletzungen vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der 40-jährige Fahrer des Tanklastzuges blieb unverletzt. Für die weiteren Unfallermittlungen hat die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Stuttgart einen Sachverständigen hinzugezogen, der noch in der Nacht die Arbeit an der Unfallstelle aufgenommen hat.

 

 

Schwerster Unfall seit 2010

 

 

Nur zehn Tage zuvor war es ganz in der Nähe auf der B 464 schon zu einem tragischen Verkehrsunfall mit drei Toten gekommen (die SZ/BZ berichtete ebenfalls). Der Magstadter David Nowak ist fassungslos und macht seinem Ärger in einer E-Mail an den Magstadter Bürgermeister Florian Glock Luft. Darin heißt es unter anderem: „Ich bin davon überzeugt, dass alle Unfälle, die es bisher gab, deutlich glimpflicher abgelaufen wären und es vielleicht sogar keine Todesopfer gegeben hätte, wenn die B 464 durchgängig vierspurig wäre und eine Mittelleitplanke hätte. Ich fordere den Landkreis dringend dazu auf, diese 'Todesstrecke' zu entschärfen“.

 

 

Die Antwort von Florian Glock folgt prompt: „Die B 464 ist eine Bundesstraße. Somit liegt die Zuständigkeit nicht beim Landkreis, sondern beim Bund.“ Somit ist der Bund als Straßenbaulastträger für die Konzeption, Planung, den (Aus-) Bau und für bauliche Änderungen zuständig. Der Bund delegiert die Aufgaben an die Länder weiter. In Baden-Württemberg sind die Regierungspräsidien zuständig. Der Landkreis führt schließlich aus.

 

 

„Die Handlungsmöglichkeiten des Landkreises sind sehr begrenzt. Ich fordere deshalb den Bund auf, endlich zu handeln. Die Bundestagsabgeordneten sind gefordert, den notwendigen Druck auf das Bundesverkehrsministerium aufzubauen, dass endlich Maßnahmen ergriffen werden“, macht Florian Glock deutlich.

 

 

Der Magstadter Schultes hat unter anderem folgende Lösungsvorschläge parat: Zweispurige Fahrbahnen in jede Richtung; durchgezogene weiße Linie und Überholverbot; Mittelleitplanke auf den Sperrflächen im Bereich der Auf- und Abfahrten; Einführung von Mautstellen für Lkw-Fahrer, Geschwindigkeitsbegrenzung und Blitzer gegen Raser.

 

 

„Mulmiges Gefühl“

 

 

Den Böblinger CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz machen die tragische Unfälle sehr betroffen. „Ein vierspuriger durchgängiger Ausbau der B 464 könnte erst 2030 im Zuge des neuen Bundesverkehrswegeplans auf die Agenda kommen. Zuständig für den Ausbau und Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit betreffen, ist der Bund gemeinsam mit dem Land und dem Landkreis Böblingen. Daher sollten wir schauen, was wir selber vor Ort tun können. Aus diesem Grund werde ich das Thema in der nächsten Sitzung des Kreistages ansprechen.“

 

 

Marc Biadacz regt eine durchgezogene Linie an den Unfallschwerpunkten an. Dadurch sollen Überholmanöver verhindert werden: „Man darf sich da keinen Illusionen hingeben. Es wird leider auch Autofahrer geben, die dennoch überholen. Es sollte aber alles versucht werden, damit solche tragischen Unfällen sich nicht wiederholen.“ Auch für verstärkte Geschwindigkeitskontrollen macht sich Marc Biadacz stark. „Ich bin oft zwischen Böblingen und Renningen auf der B 464 unterwegs und hatte auch schon häufiger ein mulmiges Gefühl, als ich überholt wurde. Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass beim nächsten Bundesverkehrswegeplan ein möglicher Ausbau der B 464 aufs Tableau kommt“, so Marc Biadacz.

 

 

Der komplette Artikel samt Kommentar steht am Mittwoch in der SZ/BZ und unter www.szbz.de