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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 04.10.2018

Aus dem Weltall in die Kepler-Stadt

Weil der Stadt: Russischer Astronaut Nikolai Budarin trägt sich ins Goldene Buch ein

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch Weil der Stadts vor dem Keplerbild im Kepler-Museum (von links): der Leiter des Museums Wolfgang Pleithner, Hildrun Bäzner-Zehender, die für Museumsführungen zuständig ist, Bürgermeister Thilo Schreiber mit dem Goldenen Buch, Astronaut Nikolai Budarin, seine Frau Marina und Diplom-Physikerin Margarita Riedel. Bild: Richter

Weil der Stadt hatte Astronautenbesuch aus Russland – wieder einmal. Nikolai Budarin, der zwischen 1995 und 2003 444 Tage, eine Stunde und 23 Minuten im Weltraum verbrachte, besuchte die Kepler-Stadt und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Zu Weil der Stadts Bürgermeister Thilo Schreiber sagte er: „Endlich ist es mir gelungen, mit 65 Jahren die Kepler-Stadt zu besichtigen.“ Das war schon lange sein Wunsch, übersetzte Margarita Riedel, weil der Astronaut kein Deutsch spricht.

Bevor er das Kepler-Museum in Weil der Stadt besuchte, wo auch der Eintrag ins Goldene Buch stattfand, wandelte Budarin auf den Spuren Keplers durch die Stadt. Mit dabei seine Frau Marina und Diplom-Physikerin Margarita Riedel, die im DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, in Stuttgart tätig ist und perfekt Russisch spricht.

Mit Nikolai Budarin, der seinen Eintrag ins „Goldene Buch“ in Russisch schrieb, sind nun bereits vier Astronauten dort verewigt, welche die Kepler-Stadt in den vergangenen Jahren besucht haben: Gennadi Iwanowitsch Padalka war 2016 zu Besuch, Alexei Archipowitsch Leonow und Anatoli Jakowlewitsch Solowjow kamen 2015.

„Gennadi Padalka war schon einige Male wieder in Weil der Stadt und kommt auch im November“, erzählt Florian Noller von der Keplergesellschaft, der auch Nikolai Budarin begleitete.

Der russische Astronaut hatte am Wochenende im Technikmuseum in Speyer vor etwa 400 Besuchern aus seiner Welt der Raumfahrt erzählt. In den nächsten Tagen möchte er sich noch die Umgebung, den Schwarzwald und die Pfalz ansehen. Am Samstag fliegt er zurück nach Moskau.

Im Kepler-Museum erzählte Astronaut Budarin, dass er schon oft in Moskau das Raumfahrtmuseum besucht habe. Dort sind acht berühmte Persönlichkeiten, darunter auch Kepler, dargestellt.

Bürgermeister Thilo Schreiber sagte bei der Begrüßung, dass es eine große Ehre für die Stadt sei, dass Nikolai Budarin zu Besuch sei.

Astronaut Budarin freute sich seinerseits sehr, in der Kepler-Stadt zu sein, dort „wo Johannes Kepler seinen Anfang genommen hat“.

Als Diplom-Physikerin Margarita Riedel Nikolai Budarin im Raumfahrtmuseum in Brandenburg vor zwei Jahren traf, brachte er seinen großen Wunsch zum Ausdruck, unbedingt auch Keplers Geburtsstadt Weil der Stadt kennenlernen zu dürfen. Das ist jetzt Wirklichkeit geworden.

Nikolai Budarin war im Weltall, als am 1. Februar 2003 die amerikanische Raumkapsel Columbia bei ihrem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinanderbrach und alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Zu der Zeit waren die Amerikaner und Russen zugleich im Weltraum.

Nikolai Budarin war an drei Langzeitmissionen zur russischen Raumstation MIR und zur Internationalen Raumstation ISS unterwegs. Insgesamt führte er drei Außenbordeinsätze mit der Gesamtdauer von 44 Stunden und 25 Minuten durch.

SZ/BZ-Mitarbeiter Heinz Richter berichtet seit vielen Jahren aus Weil der Stadt.