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Von unserer Redakteurin Fariba Sattler · 03.09.2015

Aus dem Kreuz wird eine Schlaufe

Böblingen: Spatenstich für die Großbaustelle an der Thermalbad-Kreuzung / Das Land beginnt auch ohne Gesehen-Vermerk mit Planfeststellungsverfahren für den A-81-Ausbau

Die Thermalbad-Kreuzung kommt unter den Bagger: Nach dem Umbau des Knotens an der Panzerkaserne beginnt jetzt die Großbaustelle am Böblinger Stadteingang. 2,1 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten. In einem Jahr ist die Einweihung geplant.

„Bei den Arbeiten an der Panzerstraße gab es vier Monate erhebliche Belastungen für den Verkehr. Teils war nur eine Spur frei. Beim Umbau der Thermalbad-Kreuzung sind immer zwei Streifen befahrbar. Die Hauptachse zur Autobahn bleibt frei“, sagt Andreas Klein, Leiter des Kreisstraßenbauamts, beim Spatenstich neben den Sicheln des Künstlers Lutz Ackermann.

Wenn die Arbeiten in rund einem Jahr fertig sind, gibt es am Thermalbad statt einer Kreuzung eher eine Schlaufe: Wer von der Autobahn kommt, kann direkt nach rechts auf die Friedrich-Gerstlacher-Straße abbiegen, kommt so auf die Leibnizstraße und kann die Böblinger Stadtmitte umfahren. In weiterer Zukunft soll die Leibnizstraße als Querspange bis zum Flugfeld führen. Auf zwei Spuren führt die Autobahn-Abfahrt direkt weiter zur Panzerstraße und somit Richtung Schönaich. Vorher können die Autofahrer noch mal rechts abbiegen, dann geht es abermals Richtung Friedrich-Gerstlacher-Straße oder auf eine Links-Abbiege-Spur in Richtung Stuttgarter Straße.

Von Schönaich kommend geht es in einer leichten Rechtskurve auf den Autobahn-Zubringer. Von dort aus gelangt man auch per Ampel nach rechts auf die alte B 14. Wer von der Panzerstraße kommend gleich am Waldrand links abbiegt, kommt Richtung Stuttgarter und Friedrich-Gerstlacher-Straße.

Die Stuttgarter Straße macht von Böblingen aus künftig einen Rechtsknick um die Bauernkriegs-Sicheln, die am jetzigen Standort erhalten bleiben. Die Stuttgarter Straße wird zweispurig und schmäler. Die neue Freifläche wird die Therme für ihre Erweiterung nützen.

Von der Friedrich-Gerstlacher-Straße geht es nach der Therme rechts in die Stuttgarter Straße oder geradeaus Richtung Autobahn und Richtung Schönaich.

Für Landrat Roland Bernhard ist dies das wichtigste Projekt im Vorgriff des A-81-Ausbaus: „Die Panzerstraße passieren 17 500 Fahrzeuge pro Tag. Die Panzerkaserne wird erweitert. Es sind ein Einkaufszentrum und ein Hotel entstanden, eine Schule wird gebaut. Der Verkehr wird deutlich zunehmen.“ Die Autos, die aus Richtung Schön-aich und der Panzerkaserne kommen, müssen schnell Richtung Autobahn geführt werden, so der Landrat.

Der Knoten an der Panzerkaserne ist inzwischen umgebaut. 2,9 Millionen Euro hat das gekostet. Die Thermalbad-Kreuzung kostet rund 2,1 Millionen Euro. Das Land steuert 1,45 Millionen Euro bei.

Durch den Schwenk nach links aus Richtung Autobahn könne der Verkehr nicht mehr wie bisher in die Stadt hinein rasen, so Roland Bernhard: „Die Durchfahrt ist nicht mehr attraktiv. Die Stuttgarter und die List-Straße werden entlastet.“

Verkehrsminister Winfried Hermann sieht im Spatenstich an der Thermalbad-kreuzung den Beginn einer langen Reihe von Bauarbeiten, die mit dem Ausbau der A 81 zusammenhängen: „Das ist ein Gesamtkonzept. Ein großes Ziel ist dabei auch die Ortsdurchfahrten zu entlasten.“

Auch der Ausbau der Autobahn zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Hulb auf sechs Spuren inklusive Lärmschutzdeckel ist Thema beim Spatenstich. Landrat Roland Bernhard hat Mitte August das Bundesverkehrsministerium kritisiert, weil immer noch der Gesehen-Vermerk für die Pläne fehlt (die SZ/BZ berichtete). Das Land habe beim Bund daraufhin nachgehakt, so Winfried Hermann: „Man hat uns versichert, dass der Vermerk im Oktober vorliegt.“ Eigentlich könne das Land erst dann die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren ausarbeiten. Bei den A-81-Plänen war bislang nicht sicher, ob der Bund den vom Land vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen zustimmen wird. Diese Unsicherheit wurde jetzt ausgeräumt. Deshalb will das Land nicht mehr auf den förmlichen Gesehens-Vermerk warten: „Wir fangen jetzt an und haben ein klares Ziel. Wir wollen 2017 den Planfeststellungsbeschluss fassen.“ Die Unterlagen werden jetzt zusammengestellt und im Frühjahr 2016 der Antrag an die Planfeststellungsbehörde gestellt. Mit dem Beschluss wird am Ende des Verfahrens das Baurecht erteilt.