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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 10.02.2018

Auf der Welle nach Sindelfingen

Sindelfingen: Die Stadt investiert in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro in den Unterhalt von Straßen und Wegen / Stadteingänge in katastrophalem Zustand

Die Fahrt vom Goldberg in Richtung Sindelfinger Innenstadt gleicht einen Wellenritt. Die Böblinger Straße zwischen der Hornbach-Kreuzung und der Goldbergstraße ist in einem extrem schlechten Zustand, doch die Stadt saniert in diesem Jahr erst einmal andere Straßen.

Da haben sich Autofahrer, die von Böblingen oder vom Goldberg in Richtung Sindelfinger Innenstadt unterwegs sind, zu früh gefreut. Als die Stadtwerke im letzten Jahr Fernwärmeleitungen zum Neubau auf dem ehemaligen Suevia-Gelände gelegt haben und danach die Fahrspur stadtauswärts einen neuen Belag bekam, keimte Hoffnung auf, dass auch die Gegenspur saniert wird. Weit gefehlt. Der kurze Abschnitt bleibt absehbar in seinem schlechten Zustand mit Wellen, Schlaglöchern und Rissen in der Fahrbahn. „Dieser Bereich steht derzeit nicht für Belagsarbeiten an“, sagt Nadine Izquierdo, die Pressesprecherin der Stadt Sindelfingen, auf eine Anfrage der SZ/BZ.

Rund 2,5 Millionen Euro steckt die Stadt Sindelfingen in diesem Jahr in die Sanierung von Straßen, Wegen und Parkplätzen. Sieben größere Maßnahmen sind für dieses Jahr geplant (siehe Kasten). „In den genannten Straßen und Wegen sind die Asphaltbeläge 30 bis 50 Jahre alt. Durch die Verkehrsbelastung sowie durch Ausgrabungen und Witterungseinflüsse sind die Oberflächenbeläge erheblich beschädigt. Punktuelle Flickarbeiten sind da nicht mehr wirtschaftlich“, heißt es in der Vorlage des Tiefbauamts für den Gemeinderat.

Weil es einen „erhöhten Sanierungsbedarf gibt“, so Horst Färber vom Bauamt, steht in diesem Jahr ein erhöhtes Budget für die Straßenunterhaltung zur Verfügung. Einige Maßnahmen geht die Verwaltung zusammen mit den Stadtwerken an. Wie zum Beispiel in der Bahnhofstraße. Hier erneuern die Stadtwerke die Gas- und Wasserleitungen.

Mit dem Programm sind die Stadträte weitgehend einverstanden, dennoch stellt sich die Frage nach den Prioritäten. „Wir arbeiten Notwendigkeiten ab, keine Wunschliste“, sagte Bau-Bürgermeisterin Dr. Corinna Clemens im Technischen Ausschuss. Quer durch alle Fraktionen gibt es dennoch den Wunsch, die Prioritätenliste transparent zu machen.

Neben den Belagsarbeiten sehen SPD-Fraktionschef Andreas Schneider-Dölker und CDU-Stadtrat Georg Schindler weiteren Handlungsbedarf in der Friedrich-Ebert-Straße. Die Sanierung des Radwegs ist da ein Thema, ebenso wie die Verbesserung der Parksituation.

Nach wie vor ein Ärgernis sind die enormen Straßenschäden an den Sindelfinger Stadteingängen. Darauf wiesen Richard Pitterle (Linke) und Jürgen Konzelmann (FDP) in der Sitzung des Technischen Ausschusses hin. Sowohl in der Leonberger Straße als auch in der Fronäcker-, der Calwer- und der Mahdentalstraße findet seit Jahren nur Flickschusterei statt. „Welches Bild hinterlässt Sindelfingen zum Beispiel bei auswärtigen und fremden Menschen, die hierher kommen und ein solches Straßenbild sehen“, fragt SZ/BZ-Abonnent Hans-Georg Knödler aus Darmsheim in einem Leserbrief.

Der Stadt sind an diesen Stellen die Hände gebunden, die Landesstraßen fallen in das Aufgabengebiet des Regierungspräsidiums Stuttgart. Dort werden Sindelfingens OB Dr. Bernd Vöhringer und das städtische Bauamt regelmäßig vorstellig, doch es tut sich nichts. Planerische Unterstützung lehnt das Regierungspräsidium aber ab.

Warum ist das so und wann werden die Straßen endlich saniert? Antworten auf diese Fragen der SZ/BZ will das Regierungspräsidium nächste Woche geben.

Nur Flickschusterei in der Mahdentalstraße. Bild: Haar

Schlaglöcher und ausgefahrene Spuren machen die Böblinger Straße zur Holperstrecke. Bild: Fotoknobi