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Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 13.04.2016

Alte Handys für den guten Zweck

Kreis Böblingen: Landesweite Aktion der Evangelischen Bezirksjugendwerke

Die Evangelischen Bezirksjugendwerke in Leonberg, Böblingen und Herrenberg sowie die Kreissparkasse Böblingen sammeln ab sofort im Rahmen der landesweiten „Handy-Aktion – fragen. durchblicken. handeln“ gebrauchte Handys und Ladegeräte.

Bis zum 29. April stehen in allen Sparkassenfilialen im Landkreis Böblingen und vielen evangelischen Gemeindehäusern Sammelboxen für die Altgeräte, aber auch Hintergrundinformationen zu dieser Kampagne bereit. Mit der Aktion werden drei Bildungs- und Gesundheitsprojekte im Kongo, in Uganda und in Äthiopien unterstützt.

„Das Handy ist für Jugendliche ein unverzichtbarer Teil des Lebens. Deshalb freue ich mich über die Handy-Aktion, weil Jugendliche hier entdecken können, unter welchen Bedingungen ein Mobiltelefon hergestellt wird, welche Rohstoffe gebraucht werden und was das mit ihnen zu tun hat“, so erläutert Gottfried Heinzmann, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) die Bedeutung der Aktion besonders für Jugendliche.

Deshalb beteiligen sich viele Bezirksjugendwerke, Kirchengemeinden Schulklassen, Kommunen, außerschulische Bildungsträger sowie Einzelne an der landesweiten Aktion. In der Region Böblingen sind dazu auch verschiedene Bildungsveranstaltungen geplant. Michael Fritz, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Böblingen, sagt: „Wir engagieren uns sehr gerne bei der Althandy-Sammelaktion, da wir uns als Kreissparkasse Böblingen ganz klar zum Prinzip der Nachhaltigkeit bekennen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, die Verbindung zwischen wirtschaftlichem Fortschritt, sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt.“

Ob schwarz, grün oder rosa, mit großen Tasten oder Touchscreen, aufklappbar oder kompakt – irgendwann sind alle Handys überholt. Jährlich werden in Deutschland rund 35 Millionen Mobiltelefone neu gekauft. Jedes dieser Mobiltelefone wird im Schnitt nur 18 Monate genutzt. Die Folgen sind etwa 5000 Tonnen Elektronikschrott pro Jahr und geschätzte 100 Millionen Schubladen-Handys.

Dabei sind sie Schatzkisten, denn die Rohstoffe in den Telefonen sind ein kostbares Gut und nicht unbegrenzt verfügbar. Ohne das seltene Coltan aus Afrika gäbe es Funkstille, denn das Metall ist für die Herstellung moderner Mobilfunkgeräte unabdingbar. Doch das Erz stammt oft aus Konfliktregionen, wo es, ähnlich wie Kupfer, Gold und andere Erze, unter lebensbedrohlichen Bedingungen und zum Teil von Kinderhand gefördert wird. Die Produktion der Geräte in zumeist asiatischen Ländern erfolgt oft ohne Einhaltung menschen- und arbeitsrechtlicher Standards.

Wer alte und ausgediente Handys abgeben möchte, bringt die Telefone einfach in die nächste Filiale der Kreissparkasse Böblingen oder eine Geschäftsstelle des Bezirksjugendwerks in Böblingen, Leonberg oder Herrenberg. Die Sammelboxen stehen auch in einigen evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis Böblingen.

Die Mobiltelefone werden anschießend von einem Partner der Telekom Deutschland in funktionsfähige und nicht funktionsfähige Handys getrennt. Während funktionsfähige Handys datensicher wieder aufbereitet und weiterverkauft werden können, werden nicht funktionsfähige Handys ökologisch gerecht recycelt.

Info

Wer Fragen zur Handy-Aktion hat oder selbst eine Sammelbox an seinem Arbeitsplatz oder in Ihrer Gemeinde aufstellen möchte, kann sich an Eberhard Fuhr vom EJW wenden, Telefon (0711) 9781-218 oder eberhard.fuhr@ejwue.de

Mit ihrer Sammelaktion von alten Handys und Smartphones wollen die Kreissparkasse und die Evangelischen Bezirksjugendwerke unter anderem darauf hinweisen, welche Rohstoffe in den Geräten stecken. Bild: Giuseppe Porzani / Fotolia