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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 26.08.2008

Allein gegen Schwerkraft und Zeitlimit

Im ersten Lauf der ADAC MX Masters auf dem Holzgerlinger Schützenbühlring ereilte Steffen Leopold (Team Suzuki Reinecke) ein bitteres Schicksal. In der letzten Runde versagte seine Maschine ihren Dienst. Der 23-Jährige hatte allerdings den Ehrgeiz, sein Motorrad dennoch bis ins Ziel zu bringen, und zwar schiebend. Den Hügel auf dem Wiesenabschnitt erklomm er noch mit Müh und Not, an dem nur sehr kleinen, aber steilen Anstieg hoch zum Ziel verließen Leopold aber die Kräfte. Er zog und zerrte an seiner Suzuki, ohne Erfolg. Der ehemalige Rennleiter Rainer Schmid erklärte ihm schließlich, dass er das Zeitlimit überschritten hatte. Denn laut Reglement müssen alle Fahrer spätesten fünf Minuten nach dem Ersten ins Ziel kommen, ansonsten fallen sie aus der Wertung. Leopold wollte dies nicht glauben, startete noch einen Versuch, seine Maschine ins Ziel zu wuchten. Als ihm dann ein ADAC-Offizieller die Regel bestätigte, gab Leopold entkräftet auf.

 

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Vor der Veranstaltung haderte Robert Maurer, Vorsitzender des veranstaltenden KFV Holzgerlingen, noch etwas mit dem Termin, der deutlich früher lag, als von der KFV ursprünglich geplant. Der Grund dafür waren zwei WM-Läufe, die kurzfristig eingeschoben wurden und weswegen das MX-Masters in Holzgerlingen verschoben werden musste. "Ich bin froh, dass sich meine Bedenken in Luft aufgelöst haben", sagte Maurer. Vielleicht habe der gute Zuschauerzuspruch auch daran gelegen, dass in den unteren Fußballklassen erst am kommenden Wochenende der Saisonstart ist.

 

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Neben spannenden Rennen auf einer der übersichtlichsten und spektakulärsten Strecken in Deutschland ist auf dem Holzgerlinger Schützenbühlring auch Party angesagt. Am Freitagabend sorgten die Isartaler Hexen vor etwa 1000 Zuschauern für beste Stimmung. Am Samstag rockte die Band Madison Bow, das Festzelt war brechend voll. 1500 Musikfans verfolgten das Konzert, das Zelt muss aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Gut 200 Zuhörer standen noch vor dem Zelt.

 

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Als der letzte Lauf auf dem Schützenbühlring zu Ende war, fiel deutlich sichtbar die Anspannung von Rennleiter Swen Blümer ab. Er wirkte erleichtert. "Geschafft", sagte er denn auch nach der letzten Zielflagge. Geschafft hatte er, das zweite Rennen unter seiner Ägide nach der Premiere im vergangenen Jahr souverän über die Bühne - besser: über den Kurs - zu bringen. Er alleine wäre dazu nicht in der Lage gewesen, etwa 60 Streckenposten unterstützten ihn in seiner Arbeit. "Die Vorbereitung der Strecke war etwas problematisch wegen der unsicheren Witterung", sagte Blümer, der dann aber die stets richtige Entscheidung getroffen hatte.

 

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"Der ADAC MX Youngster Cup ist eine spannende Klasse für die Nachwuchsfahrer, die weiter aufsteigen wollen", sagte Manfred Deubert, Pressesprecher der KFV Kalteneck. Diese Klasse - in dieser starten Fahrer von 14 bis 21 Jahren - liege im Niveau nicht weit unter der Europameisterschaft dieser Altersklasse. In Holzgerlingen zeigte Ken Roczen (Suzuki International Junior Team) aus Mattstedt einmal mehr seine Klasse. Er gewann beide Läufe und führt nun in der Gesamtwertung des Youngster-Cups.

 

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Für den KFV Kalteneck gingen in dieser Klasse ebenfalls Fahrer an den Start. Dominic Habijanec (Suzuki Reinecke) aus Messstetten belegte im ersten A-Finallauf Platz 31, im zweiten schied er aus. Im B-Finale belegte Sandro Schumacher (KTM Sarholz Racing Team) aus Baltmannsweiler Rang fünf, Steffen Panny (Kawasaki, Zwei-Rad-Sport Elgg) aus Jettingen wurde 15., Robin Kreidl (Kawasaki, MX Service Brodbeck) aus Weil im Schönbuch 29. In die Starterliste rückte noch Pascal Kalmbach (Honda) nach. Der Deckenpfronner kam im ersten A-Finale auf Platz 20 und ergatterte so seinen ersten Punkt für die Gesamtwertung, im zweiten Lauf sah er als 30. die Zielflagge.

 

Steffen Leopold versuchte alles - doch es war vergebens. Bild: Photo 5

 

Die Strecke war an den Renntagen perfekt präpariert. Bild: Photo 5