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Von unserem Redakteur Daniel Krauter · 14.06.2018

Aktiv werden, bevor es zu spät ist

Sindelfingen: Bei „Gesundheit im Gespräch“ – einer Veranstaltung der AOK Stuttgart-Böblingen und der SZ/BZ – berichten Experten über das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Wie können wir gesund alt werden? Welche Möglichkeiten bietet das Betriebliche Gesundheitsmanagement? Und was tun die Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter? Darüber diskutierten Experten bei „Gesundheit im Gespräch“.

Bei der AOK Stuttgart-Böblingen spielt das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine große Rolle. Dies verdeutlichte Geschäftsführer Christian Kratzke (Bild: z) bei der von SZ/BZ-Verlagsleiter Hans-Jörg Zürn moderierten Diskussionsrunde in der Sindelfinger Stadthalle. „Durch zunehmende Digitalisierung und die Globalisierung haben sich die gesellschaftlichen Strukturen und Werte gewandelt. Da setzen wir von der AOK mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement an“, sagte Christian Kratzke.

Chancen, wie etwa flexible Arbeitsorte, stünden Risiken wie die ständige Erreichbarkeit gegenüber. „Die Herausforderung ist es, die Chancen zu nutzen und die Gefahren ernst zu nehmen, bevor es zu spät ist“, so Christian Kratzke. Ein erfolgreiches Unternehmen habe auch die Gesundheit der Mitarbeiter stets im Blick. Dadurch steigen auch die Motivation, das Wohlbefinden und das Herzblut für das Unternehmen, ist der Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen überzeugt.

Umdenken in den Unternehmen

Das Thema Prävention genießt heutzutage in den Unternehmen einen viel höheren Stellenwert als etwa vor 25 Jahren. „Prävention lag mir schon immer sehr am Herzen“, sagte Dr. Günther Limberg, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie, Kardiologie, Gastroenterologie und Prävention. „Die Seele spricht durch die Organe. Auf sich zu achten, anstatt alles nebeneinander her erledigen zu wollen, auch mal abschalten, ist die Kunst. Das ist nicht immer einfach, aber eminent wichtig für das seelische Wohlbefinden“, sagte Dr. Limberg. Der Mediziner geht mit gutem Beispiel voran: „Heute Vormittag war ich im Wald joggen. Vor der Diskussion habe ich meditiert. Ich rate jedem, seine persönlichen Auszeiten zu nehmen, anstatt sich dauernd im Hamsterrad der permanenten beruflichen Überlastung zu drehen. Nicht erst, wenn der Körper erste Warnsignale zeigt.“

Impulsgeber für gesundes Leben

Barbara Graf ist Betriebsrätin bei der Philips Medizin Systeme Böblingen GmbH: „Bei uns im Unternehmen stehen die Führungskräfte dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement sehr positiv gegenüber. Das Bewusstsein, dass fittere Mitarbeiter auch dem Unternehmen nutzen, ist fest verankert. Der Krankenstand ist bei uns im Vergleich zu anderen Unternehmen sehr niedrig. Dies hängt sicherlich auch mit den unterschiedlichen Gesundheitsangeboten zusammen, die von unseren Mitarbeitern wahrgenommen werden.“

Thomas Jeggle, Leiter der Stelle für Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz der Stadt Sindelfingen, machte deutlich, dass auch bei der Stadtverwaltung in den letzten Jahren die Komplexität und die Aufgabendichte deutlich zugenommen haben. Mit Entspannungs- und Gymnastik-Angeboten möchte man gegensteuern. „Wir erreichen natürlich nicht alle Mitarbeiter mit unseren Präventionsmaßnahmen. Die, die wir erreichen, sind aber begeistert. Man kann einem nichts aufzwingen. Die Entscheidung, etwas für seine Gesundheit zu tun, muss aus einem selbst herauskommen. Wir können nur Impulsgeber sein“, sagte Thomas Jeggle.

Harry Kibele, Sportmanager des VfL Sindelfingen, berichtete über die Erfolgsgeschichte der Sportwelt. Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es die Sportwelt. Knapp 2400 Mitglieder sind derzeit dort aktiv. „Man muss den Vorständen in den Abteilungen heute noch zur mutigen Entscheidung für die Sportwelt gratulieren. Das Risiko hat sich gelohnt. Die Sportwelt ist heute ein äußerst wichtiges Standbein des Vereins“, so Harry Kibele.

Neben dem VfL Sindelfingen sind die Physio-Insel und das AOK-Rückenkonzept in der Rudolf-Harbig-Straße untergebracht, zudem ist Daimler mit seinen Betriebssport-Angeboten ein wichtiger Partner in der Sportwelt. Harry Kibele war schon zu Zeiten des Sportwelt-Vorgängers Sportpark in der Sindelfinger Innenstadt mit von der Partie und hat die Entwicklung des vereinseigenen Fitnesszentrums mit Fitness-, Gesundheits- und Rehabilitationssport von Anfang an begleitet. „Mittlerweile haben wir rund 25 000 Daimler-Mitarbeiter geschult. Aber auch bei den anderen Unternehmen ist die Gesundheitsprävention viel stärker verankert als zu früheren Zeiten“, sagte Harry Kibele.

Die AOK Stuttgart-Böblingen unterstützt mit ihren Angeboten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement Unternehmen dabei, arbeitsbedingte Gesundheitsbelastungen zu analysieren, Lösungen für ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen sowie das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten zu verbessern. „Das Ziel unseres Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es, die Belastungen der Beschäftigten zu verringern und die persönlichen Ressourcen zu stärken. So entsteht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Situation, die allen Beteiligten nur Vorteile bietet. Die Betriebliche Gesundheitsförderung zielt darauf ab, Gesundheitsressourcen im Unternehmen auf- und Belastungen abzubauen. Besonders effektiv ist die Kombination verhaltenspräventiver und verhältnispräventiver Maßnahmen“, machte Dagmar Weisheit, BGM-Expertin bei der AOK Stuttgart-Böblingen, deutlich.

Nicht nur große Konzerne sind dabei die Zielgruppe. Auch für kleinere und mittlere Unternehmen lohnt sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement. So beteiligt sich etwa die AOK Stuttgart-Böblingen mit bis zu 80 Prozent an den Kosten.

Info:

Unter folgendem Link gibt es den Beitrag bei Regio TV: https://www.regio-tv.de/video_video,-vollzeit-arbeiten-gesund-bleiben-gesundheit-im-gespräch- _vidid,147293.html