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19.07.2019

Acht kleine Flamingos in der Wilhelma

Im Gegensatz zum rosafarbenen Federkleid der erwachsenen tragen die jungen Flamingos noch graue Daunen. (Bild: Wilhelma Stuttgart)

Die Flamingo-Kolonie der Wilhelma wächst und gedeiht. Bereits im fünften Jahr in Folge gelingt die Aufzucht von Jungvögeln. Durch den Erfolg konnten vor kurzem 20 Flamingos an den Weltvogelpark Walsrode in der Lüneburger Heide abgegeben werden.

Dennoch sind im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart mehr als 50 der Vögel zu sehen. Denn in diesem Sommer sind wieder acht Küken hinzugekommen. Weitere Eier
werden bebrütet. „Die Rosaflamingos sind traditionell der farbenfrohe Auftakt fast jedes Wilhelma-Besuchs“,
sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Daher freut es mich sehr, dass sich die Vögel auf der prominenten Anlage
inzwischen so wohlfühlen, dass es regelmäßig mit dem Nachwuchs klappt.“

Auf dem Wappen trägt die Wilhelma einen Elefanten. Doch die ersten Tiere, denen man am Haupteingang
begegnet, sind die Flamingos. Als Aushängeschild geben die eleganten Vögel ein edles Bild ab: Den Hals grazil
gebogen, schreiten sie hoch erhobenen Hauptes in ihrem Federkleid in Pastell mit den bemerkenswert langen
Beinen gemessenen Schrittes einher.

Dieses vornehm wirkende Begrüßungskomitee bringen derzeit jedoch
einige ulkig wirkende Vertreter der Spezies durcheinander: Noch ganz grau verleihen die flauschigen Daunen
ihrem kleinen Körper mit den kurzen Flügeln einen struwweligen Look. Die in den vergangenen Wochen
geschlüpften Küken bilden einen so genannten Kindergarten. Diese von allen Elternvögeln gemeinsam
betreute Gruppe bietet dem Nachwuchs besseren Schutz vor Beutegreifern. Die Eltern erkennen ihre
Jungvögel, die optisch anfangs kaum zu unterscheiden sind, anhand der Stimme.

Bis die Küken selbst ihre Nahrung kopfüber mit dem Schnabel aus dem Wasser filtern können, versorgen die
Eltern ihr Kleines mit einer Spezialnahrung: einem in der Speiseröhre gebildeten Nährsekret, reich an
Blutzellen. Das richtige Gefieder wächst bei den Rosaflamingos zunächst gräulich und auch die Beine sind
dunkel. Die markante Rosa-Tönung erfolgt erst nach und nach durch Aufnahme von natürlichen Farbstoffen
mit der festen Nahrung. So lässt sich bei den jungen Vögeln das unterschiedliche Alter auch nach der Färbung
abschätzen.

Dass Hoffnung auf weitere Küken besteht, können die Gäste der Wilhelma daran ablesen, dass die Flamingo-
Anlage und deren Umgebung derzeit etwas krautiger aussehen als sonst. Denn, weil noch einige Elterntiere,
die sich das Brüten übrigens teilen, auf den Bruthügeln sitzen, halten sich Tierpflege und Gärtnerei mit dem
Grünschnitt zurück. So soll vermieden werden, dass die Vögel aufschrecken und möglicherweise ihre Eier
zurücklassen.

Verbreitet sind Rosaflamingos sind in Südeuropa, Asien und Afrika. Ihr Bestand ist insgesamt nicht akut
bedroht. Allerdings konzentrieren sich die Flamingos auf nur vergleichsweise wenige Kolonien. Das birgt eine
Gefahr: Sollte eine Kolonie verloren gehen, ist gleich ein großer Teil der gesamten Population betroffen.