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Von unserem Redakteur 
Dirk Hamann · 13.07.2020

Abschied vom Böblinger City-Center

Böblingen: 40 Jahre nach einer groß gefeierten Eröffnung hat der Abbruch des früheren Konsumtempels begonnen / Der einstige Hoffnungsträger der Stadt wurde schnell zum Sorgenkind

1980, als Böblingen sich an den Ortseingängen noch stolz mit dem Titel „Einkaufsstadt“ schmückte, öffnete ein weiterer Publikumsmagnet in einem Umfeld, das bereits seit 1966 ein hell leuchtender Stern in der Handelslandschaft gewesen ist. Hertie, C&A, MC Krauß, Zinser und Co. bekamen mit dem City-Center einen modernen Kompagnon hinzugefügt. Eine Mall mit Tiefgarage und 60 Geschäften, die dafür sorgte, dass der Handelsstandort weiter auf Hochtouren brummen durfte.

 

Das City-Center zog die Kundschaft in seinen Anfangsjahren mit einem breiten Angebotsmix an. Im Untergeschoss gab es einen Bauhaus-Baumarkt. Ein Rundlauf mit kleineren Boutiquen, einem Eiscafé, einem Bistro und einem Friseur bildete die Hauptebene. Angesagte Klamotten gab's bei Sam's oder in der Box, Sportartikel bei Mayer Sport. Schuhe, Schmuck, Parfüm, Mode, Geschenkartikel, Stoffe, Wolle oder Tee – auf 11 000 Quadratmeter Verkaufsfläche gab es alles zu finden. Die ersten Etage bespielte dazu MC Krauß mit Mode für jüngeres Publikum, daneben siedelte sich auch das bekannte Stuttgarter Schuhaus Schöpp an. Und nachts? Da sorgte die Disco „Peppermint“ dafür, dass im City-Center rund um die Uhr etwas geboten war. Böblingens Innenstadt schien damit gerüstet zu sein, um der wachsenden Konkurrenz aus Sindelfingen und Stuttgart Paroli bieten zu können. Doch dieser Schein trog.

Ende 2017 überraschte die Böblinger Baugesellschaft (BBG) mit der Nachricht, das City-Center einer niederländischen Fondsgesellschaft abgekauft zu haben. Was die BBG an dieser Stelle plant? Das ist seit 2019 klar: Der Betonkasten muss weichen, dafür entstehen zwei Gebäude mit 84 Wohnungen und Büros, dazu 8000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss – samt einer kleinen Fußgängerzone, die zwischen die beiden Baukörpern hindurchführt. Rund 100 Millionen Euro gibt die BBG dafür aus, nach der Fertigstellung soll das Ensemble an einen institutionellen Investor wie eine Bank oder eine Versicherung verkauft werden.

 

Zunächst einmal übernehmen aber zwei Bagger das Regiment. Ab Donnerstag sollen sie mit ihren mächtigen Zangen Stück für Stück aus dem grauen Beton des City-Centers herausknabbern, den Klotz dem Erdboden gleich machen.

 

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Der komplette Artikel steht in unserer Dienstagsausgabe sowie unter www.szbz.de