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Von unserer Redakteurin 
Rebekka Groß · 25.03.2020

50 000 Corona-Schutzsets für den Landkreis bestellt

Kreis Böblingen: Landrat Roland Bernhard kritisiert fehlenden Nachschub von Masken, Brillen und Co. / 74 Intensivbetten an den 4 Kliniken / Freiwillige mit medizinischer Erfahrung gesucht

Die Corona-Krise hält die Welt nach wie vor in Atem, auch im Landkreis Böblingen ist man nach wie vor im Krisenmodus, um für alle Szenarien gewappnet zu sein. Wie ernst die Lage ist, zeigt der Anstieg von neun auf 14 Beatmungspatienten innerhalb eines Tages.

Während vor knapp einer Woche die Zahl der Infizierten bei 105 im Landkreis lag, sind es inzwischen bereits 351 bestätigte Fälle, 14 davon müssen derzeit beatmet werden. Ein elementarer Faktor, um gut gerüstet zu sein, ist die Zahl an Intensivbetten. Denn, so gab der Landrat bekannt, ist innerhalb von Montag auf Dienstag die Zahl der Beatmungsfälle von neun auf 14 im Landkreis angestiegen. Die ursprünglich vorhandenen 33 Intensivplätze mit Beatmungsmöglichkeit seien inzwischen auf 74 ausgebaut worden. In den nächsten Tagen sollen sie auf 100 Plätze erhöht werden „Je nach Fallverlauf in der Zukunft, kann es darauf hinauslaufen, dass wir unser Ziel auf 150 Plätze aufstocken“, so Roland Bernhard.

 

Vor allen Dingen brauche man aber auch Personal, das für den Intensiv-Bereich geschult ist, um die entsprechende Anzahl an Intensivplätzen zu schaffen. Um diesen Kraftakt zu stemmen, seien die Kliniken vor allem auf Freiwillige angewiesen, so der Landrat. „Wir bitten alle Menschen im Landkreis um ihre Hilfe, die bereits im Intensivbereich oder im Rettungsdienst Erfahrungen habe“, sagt Roland Bernhard. Jeder Einzelne der später in diesen Bereichen fehle, erhöhe die Anzahl der Toten, so der Landrat. Neben Rückkehrern aus Rente oder Elternzeit, werden auch Mitarbeiter im Verbund dafür geschult und im Klinikverbund wurde eine extra Personal-Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag telefonisch unter der Nummer 0 70 31 / 98 11 00 0 erreichbar ist. Schriftliche Bewerbungen sind außerdem per Mail an gemeinsam@klinikverbund-suedwest.de möglich.

 

 

Schwierigkeiten gibt es allerdings nach wie vor mit der Nachlieferung von Schutzkleidung, Masken und Brillen. „Die Sache mit der Schutzausrüstung ist ein absolutes Trauerspiel“, sagt Landrat Roland Bernhard, der sich unter anderem deshalb gemeinsam mit seinen Kollegen aus der Region Stuttgart und den Geschäftsführern der Kliniken mit einem offenen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn gewandt hat. „Die Schutzausrüstungen gehen zur Neige, nicht nur an den Kliniken, sondern auch an den freien Trägern“, so der Landrat. Da man derzeit nicht verlässlich wisse, wann man mit Nachschub von Seiten des Bundes rechnen könne, habe er „eine Eilentscheidung getroffen und 50 000 Schutzausrüstungssets im Wert von einer Million Euro für den Landkreis bestellt“, so Bernhard.

 

 

Der komplette Artikel steht am Donnerstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de