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Von unserem Mitarbeiter Konrad Buck · 12.02.2018

3,6 Hektar sollen bebaut werden

Gärtringen: Der Gemeinderat vertagt Beschluss zu Baugebiet Kayertäle auf den 6. März

Am Rande des Wohngebiets Kayertäle soll ein 3,6 Hektar großes Areal bebaut werden – auch mit sozialem Wohnungsbau und mit einer Flüchtlingsunterkunft. Der Gemeinderat fasste noch keinen Aufstellungsbeschluss. Die Flüchtlingsunterkunft soll aber dieses Jahr gebaut werden.

Weil die Fraktionen noch Informations- und Beratungsbedarf zum Bebauungsplan Kayertäle-Ost anmeldeten, beschränkte sich Bürgermeister Thomas Riesch darauf, ins Thema einzuführen. Diskutieren und beschließen werden die Gemeinderäte am 6. März. Zu entscheiden ist dann, ob für den Bebauungsplan Kayertäle-Ost der Aufstellungsbeschluss gefasst werden soll. Das Interesse der Zuhörer war beträchtlich: Der Sitzungssaal war üppig gefüllt.

Im Osten des Wohngebiets Kayertäle hatte man vor gut 15 Jahren ein 3,6 Hektar großes Areal unbebaut belassen und nicht angetastet – verbunden mit der Hoffnung, dass auf dieser Fläche ein Gymnasium gebaut werden könnte. Diese Pläne haben sich allerdings zerschlagen, und so geriet der unbebaute Kayertäle-Zipfel nun in den Fokus der Bemühungen, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Bürgermeister Thomas Riesch erinnerte daran, dass im neuen Wohngebiet Lammtal vor Kurzem gut 100 Bauplätze entstanden sind – überwiegend für Ein- und Zweifamilienhäuser konzipiert, also eine vergleichsweise lockere Bebauung. Für die 30 gemeindeeigenen Lammtal-Grundstücke sind über 150 Bewerbungen eingegangen.

Um diesen Zielen und Vorgaben gerecht zu werden, will die Gemeindeverwaltung den Bebauungsplan Kayertäle-Ost in den nächsten fünf bis sechs Jahren bis zum Satzungsbeschluss vorantreiben. „Diese Fläche schreit geradezu danach, weiterentwickelt zu werden“, sagte Thomas Riesch – denn es handle sich um „eine natürliche Erweiterungsfläche“ und nicht um eine Expansion auf der grünen Wiese. Ziel sei, neben dem sozial geförderten auch einen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – „damit sich auch Mitarbeiter von Daimler oder Kühne und Nagel ein Wohneigentum leisten könnten“, wie der Bürgermeister ausführte.

Das Konzept der Gemeindeverwaltung enthält auch den Plan, in Kayertäle-Ost eine Flüchtlingsunterkunft zu bauen. Die Verwaltung will keine Container-Lösung, sondern ein Gebäude, das sich später auch für andere Zielgruppen nutzen lassen könnte – der Bürgermeister bediente sich in diesem Zusammenhang auch der Adjektive „sozialverträglich“ und „nachhaltig“.

Eine solche Unterkunft kann auch ohne Bebauungsplanverfahren errichtet werden. Der Bund hat 2014 das Baugesetzbuch geändert. Im Außenbereich – dazu zählt auch Kayertäle-Ost – dürfen dauerhafte Unterkünfte realisiert werden, sofern sie an einen bebauten Ortsteil anschließen. Erstellt werden soll das Gebäude in diesem Jahr, weil die Gemeinde rund 160 neue Hilfesuchende aufnehmen muss (86 Zuweisungen aus dem vergangenen Jahr und 76 im laufenden Jahr). Die Kapazitäten im ehemaligen Möbelhaus Brodbeck reichen nicht aus.