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Von unserem Mitarbeiter Mathias Staber · 19.06.2017

300 Tonnen für 450 Meter

Aidlingen: Die Sanierung liegt im Zeitplan, am Montagmittag wird die Hauptstraße wieder freigegeben

Auf 450 Metern Länge ist am Samstag mit 300 Tonnen Bitumen die Oberfläche der Aidlinger Ortsdurchfahrt erneuert worden. Trotz Vollsperrung hielt sich der Ärger der Anwohner in Grenzen. Ein paar Beschwerden habe es jedoch gegeben, sagt Anton Walach vom Landratsamt, der als Bauleiter verantwortlich zeichnet. Montagmittag soll die Straße wieder freigegeben werden.

„Die Logistik dieser Baustelle ist faszinierend“, sagt Oliver Wagner, während er am Samstagmittag dem emsigen Treiben auf der Hauptstraße zuschaut: „Alles ist perfekt geplant und läuft wie am Schnürchen.“ Dass er bis Montagmittag seine Garage nicht anfahren kann, stört den Aidlinger nicht: „Alle Bürger wurden rechtzeitig von der Gemeindeverwaltung im Blättle informiert, die direkten Anwohner sogar per Wurfsendung. Ich bin froh, dass die Ortsdurchfahrt endlich saniert wird.“ Dass ein paar Anwohner mit der Vollsperrung der Straße hadern, wundert Oliver Wagner dennoch nicht: „Ein paar Dackel, die ihre Autos nicht rechtzeitig umparken, gibt es immer, das ist beim Pfingstmarkt nicht anders.“

Genau getaktet ist die Arbeit der zwei jeweils acht Mann starken Bautrupps, die am Samstag die Bitumenschicht auf die Ortsdurchfahrt auf 450 Metern Länge zwischen den Einmündungen Furtholz und Badstraße aufbringen. Denn nach dem Aufbringen der Schicht bleiben nur zwei bis drei Stunden, um in das noch warme Bitumen Splitt einzuarbeiten. „Ohne Splitt wäre die Oberfläche zu glatt“, erklärt Anton Walach vom Amt für Straßenbau des Landratsamts.

Den kompletten Sonntag muss die neue Straßendecke auskühlen, bevor am Montagmorgen Kehrmaschinen die Straße von überschüssigem Splitt befreien. Montagmittag soll der Verkehr wieder rollen – nach einer Vollsperrung seit Freitagabend.

Geteert wird nichts: „Seit 25 Jahren arbeitet man nicht mehr mit Teer, sondern mit Bitumen“, erläutert Anton Walach: „Das hat die gleichen Eigenschaften, aber eine chemische Zusammensetzung, die nicht gesundheitsschädlich ist.“ 300 Tonnen des Materials, das mit mehreren Lastern aus Herrenberg-Haslach herbeigeschafft wird, werden am Samstag in Aidlingen verarbeitet.

Vier Zentimeter der Straße waren zuvor abgefräst worden. „Wir brauchen hundert Kilo Bitumen pro Quadratmeter Straße, und 450 Meter Aidlinger Hauptstraße haben 3000 Quadratmeter“, rechnet Walach vor. Zwei spezielle Fahrzeuge, sogenannte Fertiger, bringen das Bitumen auf die Straße, zwei Walzen-Fahrzeuge fahren hinterher.

Ein paar Beschwerden trotz rechtzeitiger Information der Bürgerschaft gebe es bei Vollsperrungen immer, sagt Anton Walach: „Ist doch klar, die Leute sind genervt. Genauso wie wir.“ Das Problem seien jedoch meist nicht die Anwohner, sondern ortsfremde Autofahrer, die den ausgeschilderten Umleitungen keinen Glauben schenken und trotzdem versuchen, durch den Ort zu fahren, um dann genervt wieder umdrehen zu müssen. „Das gibt es bei jeder Baustelle“, sagt Anton Walach. Einen günstigeren Termin als an einem Wochenende während der Pfingstferien gebe es für die Vollsperrung nicht: Während eines normalen Wochentags würde die Baustelle Chaos verursachen.

Der nächste Bauabschnitt folgt Ende August. Dann soll die Aidlinger Ortsdurchfahrt zwischen Badstraße und Ortseingang erneuert werden. Insgesamt wird die Straße dann in diesem Jahr auf 900 Metern saniert worden sein. Die nächste Bauphase folgt im Jahr 2018. Insgesamt wird die Kreisstraße 1066 auf 2,5 Kilometern Länge saniert.

Ein neuer Belag für die Aidlinger Hauptstraße, die am Montagmittag wieder für den Verkehr freigegeben wird. Bild: Staber