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Khinganskiy und Pelmeni

Russische Folklore

Russische Currywurst

So, jetzt haben wir den Salat. Oder den Zupfkuchen. Oder die Balalaika. Oder die Pelmeni. Spätestens jetzt sind wir raus, stimmts? Alleine in der Multikultistadt Sindelfingen, in der jeder zweiter Bürger Migrationshintergrund hat, in der 120 Nationen zuhause sind und nächstes Wochenende gemeinsam das internationale Straßenfest feiern, leben 1000 Mitbürger aus Russland.  Und was wissen wir über sie? Seit dem 5:0 gegen die Saudis gestern Abend, dass sie genauso Autokorso können wie alle anderen auch. Dann hört es bei vielen schon  auf.

Hanno Kreuter und Georg Sommer organisieren mit der Veranstaltungsgesellschaft CCBS das Public Viewing auf dem Sindelfinger Wettbachplatz. Für die Premiere hatten sie den Wunsch, wenigstens ein bisschen Hell ins Dunkel zu bringen. Auf der Bierbank plauderten die beiden gestern ein bisschen aus dem Nähkästchen. "Bei 15 Vereinen haben wir angefragt", so Hanno Kreuter zur Folklore-Recherche, "leider haben nur zwei davon Tänze im Programm." Und so endete seine Schleife bei der russischen Ballettschule Khinganskiy in Ostfildern.

Und was soll man sagen: Schön wars, wie die Mädels in ihren hübschen Kleidern ihren Beinchen schleuderten. Mit Musik wird eben alles leichter, und wo man tanzt, da streitet man nicht. Höchstens beim Hip-Hop. Oder beim Pogo. Aber nicht bei der Folklore.

So kann es weiter gehen, gut gelaunt und stimmungsvoll. Wenn dann noch selbst so ein Grottenkick wie Russland gegen Saudi-Arabien diese Traumtore bringt, dann macht die Fußball-WM doch richtig Spaß und lässt einen über den Tellerrand hinaus blicken - womit wir wieder beim Thema wären. Den Pelmeni nämlich.

Was für den Deutschen die Currywurst oder der Döner, sind für den Russen Pelmeni. Ursprünglich stammt diese russische Nudel-Spezialität mit Fleischfüllung aus Sibirien und war eine beliebte Speise der Kutscher auf ihren langen Reisen durch das riesige, kalte Land. Damals wie auch heute werden die Pelmeni zu Hause vorbereitet und eingefroren. Die Kutscher haben früher unterwegs ein Feuer entfacht, einen Kessel mit Wasser aufgehängt und die Pelmeni darin gegart. In den harten Wintern in Russland war diese warme, gut sättigende Speise ein wahrer Segen. Klassisch werden Pelmeni übrigens mit Schmand gegessen. Guten Appetit.