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Wem geht's wie mir?

Viertelfinale

Bin ich denn so ganz alleine auf dieser fußballlosen Welt? Ich hab die Kollegen gerade gefragt, wie sie sich fühlen, so ohne WM. Es ist ja schon der zweite Tag hintereinander. Nicht einmal Südmexiko spielt gegen Korea oder andersrum.

Gestern Abend konnte ich es noch halbwegs kompensieren mit einer Folge Westworld. Da schießen und köpfen sie ja auch, was dem Fußball recht nahe kommt. Ha, was für ein Kalauer, ist das schon Galgenhumor? Ich hab den Witz von meiner Tochter. Eine schöne Doku wäre nicht verkehrt. Nicht über Schiffe, sondern über Deutschland 74, Argentinien 78 oder von mir aus auch England 66. Wahlweise 'ne feine Konserve, in der Heribert Faßbender holländische Lamas beleidigt. Bitte, bitte, bitte, eine kleine Ersatzdroge könnte es doch sein.

Also, zurück zu den Kollegen. Ich nenne keine Namen, denn es wird fürchterlich. "Wie es sich anfühlt ohne Fußball? Wie immer", sagt der erste. Und er zweite meint: "Das ist geschenkte Zeit." Dann spricht er von irgendwelchen Dingen, die liegengeblieben sind. Den Rest hab ich vergessen, ich hab nicht mehr richtig zugehört. Vielleicht bin ich auch aus Versehen eingeschlafen. Aber heute Abend, was machen wir denn so? Reden? Lesen?

Zum Glück gibt es den Tim. Der fühlt so ähnlich, der hat Antennen. "Seltsam" sei das, so ohne Fußball, und er meint: "Das wird nach dem Finale bestimmt noch schlimmer." Ich mag gar nicht dran denken, denn ich weiß wie das ist. Wie nach einer schönen Reise, wenn du das Snowboard oder den Schnorchel aufräumst. Wenn die Sommerklamotten im Schrank verschwinden oder die Biergärten schließen.

Achja, es passt zum Wetter. Es pisst in Strömen und ich bin mit dem Fahrrad da. Ich glaub, ich nehm nachher einen kleinen Umweg in Kauf und radel an dem Maichinger Haus vorbei, an dem  schon die Fahnen fürs Viertelfinale hängen. War gestern schon so, ich habs fotografiert. Bestimmt geht es dem Hausherrn genauso wie mir.