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Kein Spiel der Verlierer

2006

Klar war für beide mehr drin als dieses Spiel um Platz drei. 16 Uhr Sankt Petersburg, das setzt sich keiner als Ziel. Wenn es so schlimm heißt "der Zweite ist der erste Verlierer", was für einen Wert hat dieser Kick dann heute? Vor allem, wenn sich zwei Teams gegenüberstehen, die für mehr bereit waren, was vor allem für die goldene Generation der Belgier gilt. Dieses Gerede vom ersten Verlierer tritt jeden sportlichen Gedanken mit den Füßen.

Ich denke zurück: Vor jeder WM, seit ich Fußball atme, habe ich mir gewünscht, dass mein Team bis ins Halbfinale kommt. Nicht dass es Weltmeister wird, denn das ist nur die Kirsche auf der Sahne. Nein, wer das Halbfinale erreicht, ist bis zum Schluss dabei. Der läuft sieben Mal auf, den kann man sieben Mal sehen.

Gut, natürlich laufen heute Protagonisten auf, die auch enttäuscht sind. Aber schon als Kind hatte ich in den Fußballbüchern geblättert und fand es besser, wenn Deutschland Dritter war als Vierter. Oder frag mal eben bei den Kroaten nach, wie es sich angefühlt hat 1998, das Turnier auf Platz drei zu beenden. Mit einem Sieg zum Abschluss. Stolz wie Bolle war da dieses junge Land.

Ich denke auch gerne an Stuttgart 2006 zurück. Grosso hatte gerade eben den Fußballsommer ausgeknipst (ja, das Wetter wurde nach Deutschlands 0:2 gegen Italien wirklich schlechter), da feierte ein ganzes Land noch einmal ein rauschendes und berauschendes Fest. Ganz Stuttgart war aus dem Häuschen wie sonst wohl nur noch beim Meistertitel des VfB ein Jahr später. Oli Kahn bekam beim 3:1 gegen Portugal nochmal seine große Bühne, und die Feierbilder aus der Stadt gingen um die ganze Welt.

Nein, heute spielen noch einmal zwei Mannschaften gegeneinander, die zu den wenigen gehören, die bei dieser WM für Freude sorgten und Emotionen wachrüttelten. Das kann man sich schon noch einmal anschauen und genießen. Ist ja auch das vorletzte Spiel einer Sommer-WM. Bei der nächsten müssen wir uns nämlich warm anziehen.