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Der Song zum Sonntag



Es gibt schon Nervlieder. Bei mir ist das zum Beispiel „The final Countdown“ von „Europe“. Ich will niemandem zu Nahe treten, denn Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Aber da krieg ich Plaque. Der Song passt zur WM und man kann jetzt tatsächlich rückwärts locker runterzählen. Da waren‘s nur noch vier und so. Dazu noch alles Europäer…

Mir mag keiner erzählen, dass das Quartett jetzt irgendwas mit Überraschungen zu tun hat. Belgien, Frankreich und Kroatien: Diese Mannschaften sind gespickt mit Weltklasse von der Spitze bis zum Hinterteil. Und die Engländer haben den schönen Stil, den Deutschland lange ausmachte, sogar bis ins Sturmzentrum kopiert, wo die britische Klose-Variante rumläuft und Buden macht.

Aber trotzdem ist das doch eine ganz komische Weltmeisterschaft. Italiener machen nicht mit, Engländer gewinnen Elfmeterschießen und haben einen richtigen Torwart. Deutschland fliegt in der Vorrunde raus, Brasilien wird zur nächsten Lachnummer, Japaner spielen den schönsten Fußball.

Die Spiele selbst sind, ich sage es vorsichtig – bescheiden. Arnd Zeigler hat recht, wenn er es so beschreibt: Von 60 Partien waren vielleicht eine gute Handvoll richtig gut. Der Rest bestand darin, dass eine Mannschaft mauert und die andere kein Rezept dagegen findet.

In all dem Trübsal steht meine Tochter plötzlich auf vom Frühstückstisch und wechselt den Youtube-Kanal. Sie verpasst mir den Song zum Sonntag in bester Bibi-Blocksberg-Benjamin-Blümchen-Manier. Ein Knaller, schlimmer als „The final Countdown“. Ich wippe mit und denke: hoffentlich ist bald Halbfinale.