Lokales vom 20.03.2017

Kreis Böblingen: Hauptamtliche sollen auf Abendtermine verzichten

Unterstützung für Freiwillige


Mehr Rückhalt für die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit durch die Hauptamtlichen: Dieser Wunsch kam im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Landkreises Böblingen auf. Der Landkreis solle seine Vorgabe rückgängig machen, die besagt, dass die Hauptamtlichen auf Abendtermine verzichten sollen.

„Viele der Ehrenamtlichen können sich eben nur abends treffen“, machte Wilfried Dölker (Freie Wähler) deutlich und er bezeichnete es als „schlechte Lösung“, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit angehalten wurden, „nur noch einmal im Quartal“ an den abendlichen Treffen teilzunehmen.

„Die Mitarbeiter haben eine Aufgabenfülle, der sie sowieso schon nicht nachkommen können“, hielt dem Katharina Pfisterer, Leiterin des Amtes für Migration und Flüchtlinge, entgegen. Die Abendtermine müssen in der Arbeitszeit ausgeglichen werden, wodurch die Mitarbeiter noch mehr Mühe hätten, alle Aufgaben zu erledigen.

Verstärkt werde das Dilemma zusätzlich durch zwei Punkte: Bedingt durch die rückläufigen Zuzugszahlen muss der Landkreis mit dem Abbau von Personal in der Flüchtlingsbetreuung beginnen. Mitunter geht der Abbau aber schneller vonstatten, als es der Landkreisverwaltung lieb ist. Was sich durch die zeitliche Befristung der Verträge und die „guten Arbeitsmarktperspektiven der Sozialbetreuer“ erklärt, wie Katharina Pfisterer sowohl mündlich im Verwaltungs- und Finanzausschuss ausführte, wie auch schriftlich im Personalbericht ihres Amtes, der dem Fachausschuss vorgelegt wurde.

„Viel schlimmer wäre, wenn die Ehrenamtlichen weglaufen“, blieb Wilfried Dölker bei seinem Standpunkt. Die Freiwilligen „laufen sowieso an der Verzweiflungsgrenze entlang“, ein fehlender Ansprechpartner bei den hauptamtlichen Mitarbeitern auf Landkreisebene verstärke das zusätzlich. „Es geht weniger um Sachinformationen als um die seelische und moralische Unterstützung der Ehrenamtlichen“, argumentierte seine Fraktionskollegin Annette Odendahl in die gleiche Richtung und auch sie forderte: Man müsse die Ehrenamtlichen noch stärker auffangen und aufbauen.


Von unserer Mitarbeiterin Sabine Haarer