Lokales vom 28.09.2016

Innenstadt: Der „Parking Day“ will die Rückeroberung des Straßenraums durch den Menschen fördern

Sonnenschirm statt Parkplatz

  • Sonnenschirm statt Parkplatz

Je weniger Autos herumstehen oder fahren, desto größer wird die Aufenthaltsqualität für den Menschen: Diese Idee soll der „Park(ing) Day“ transportieren, bei dem bundesweit zahlreiche Initiativen für die Rückeroberung des öffentlichen Raums durch den Menschen geworben haben. In Böblingen haben sich die „Initiative essbare Stadt Böblingen“, die Radinitiative Böblingen und die lokale Greenpeace-Gruppe des Themas angenommen.

In der Stadtgrabenstraße haben Rainer Marekwia von der „Initiative essbare Stadt Böblingen“, Jens Sundermann von der „Radinitiative Böblingen“, Josef Günnewicht von der Greenpeace-Gruppe Böblingen-Sindelfingen sowie über zehn weitere Mitstreiter am Samstagvormittag ihr Lager aufgeschlagen: Wo auf der Höhe der Volksbank normalerweise mehrere Parkplätze zur Verfügung stehen, spendet ein Sonnenschirm Schatten, Menschen spielen Karten, plaudern miteinander und verbringen einen entspannten Vormittag.

Spaß und der Einsatz für politische Themen können zusammengehören: Dies will der „Park(ing) Day“ bundesweit vermitteln, dessen lokaler Niederschlag in ein paar fehlenden Parkplätzen in der Stadtgrabenstraße zu finden ist. „Wir bekommen kontroverse Rückmeldungen“, sagt Rainer Marekwia, „aber überwiegend positive.“

Parkplätze oder Aufenthaltsqualität? Was ist wichtiger für den lokalen Einzelhandel? Diese Frage wird durchaus unterschiedlich bewertet, wie der „Park(ing) Day“ zeigt: „Von Messerschmied Hermann haben wir eine positive Rückmeldung“, erzählt Rainer Marekwia, „von der Metzgerei Böhm gab es Kritik.“ Er sei fest davon überzeugt, „dass die Aufenthaltsqualität ein wesentlicher Faktor dafür ist, ob Menschen und damit Kunden ein Stadtviertel ansteuern“, sagt Jens Sundermann von der „Radinitiative Böblingen“.

Die Rückmeldung der Bürger lässt sich in zwei Lager einteilen: Fußgänger, vor allem Familien mit Kindern, zeigen sich begeistert von der Idee, den öffentlichen Raum für den Menschen


Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber