Lokales vom 21.09.2015

Böblingen: Beim Parking Day zeigen die Gruppe Essbare Stadt und die Radinitiative, wie die Innenstadt vom Autoverkehr dominiert wird

Parkplatz als kleine, grüne Oase

  • Parkplatz als kleine, grüne Oase

Wie würde die Böblinger Innenstadt aussehen, wäre sie nicht zugepflastert mit Parkplätzen? Vermutlich grüner, ansprechender. Diesen Eindruck hinterließen die Organisationen von Essbare Stadt Böblingen und der Radinitiative Böblingen am Samstag beim sogenannten Parking Day. Vier Fahrräder stellten Mitstreiter der beiden Initiativen auf zwei Parkplätzen in der unteren Poststraße ab und begrünten sie mit Blumen und Ästen.

Die Idee des Parking Day ist 2005 in San Francisco entstanden. Einmal jährlich verwandeln sich seither weltweit öffentliche Parkplätze in kleine grüne Oasen. Mit dieser Aktion soll gezeigt werden, welch großer Raum in Innenstädten dem Autoverkehr und den damit verbundenen Parkmöglichkeiten eingeräumt wird, welch große Flächen damit zubetoniert werden. Ein Parkplatz benötigt die Flache von etwa zehn bis zwölf Quadratmetern.

Böblingens Innenstadt ist seit vielen Jahrzehnten geprägt vom Autoverkehr. Ihm wurde und wird eindeutig Vorrang gegeben. „In Böblingen herrscht die totale Autodomäne“, sagt denn auch Jens Sundermann, der sich in der Radinitiative Böblingen engagiert. Gemeinsam mit Rainer Marekwia von der Initiative Essbare Stadt Böblingen organisierte er in Böblingen am Samstag am Parking Day eine Aktion.

Auf zwei Parkplätzen in der unteren Poststraße stellten Sundermann, Marekwia und ihre Mitstreiter Fahrräder ab. Sie lösten für jedes Vehikel einen Parkschein. Die Parkplätze wurden verschönert. Grüne Planen lagen auf dem Asphalt, Sonnenblumen, Äste und Topfpflanzen verzierten die Parkbuchten, in deren Mitte befand sich ein Tisch, darauf standen Brezeln und Brötchen sowie Kaffee.

Die untere Poststraße ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr in Böblingen nach wie vor den Autofahrern Vorrang gegeben wird. Links und rechts dieser Parkbuchten werden täglich dutzendfach


Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer