Kultur Lokal vom 12.09.2017

Dätzingen: Ausstellung „Unausgesprochen“ im Schlosskeller

Ost und West im Schattenspiel


Der riesige, rotfarbene Boxsack im Dätzinger Schlosskeller ist überhäkelt in lieblichem Weiß. Fast unscheinbar dahinter eine kleine, dennoch kompakt und kraftvoll wirkende Tonfigur. Sprechend der Titel dazu: „Da vor stehen“ hat Heasun Kim ihr Kunstwerk getauft. In der Gruppenausstellung „Unausgesprochen“ von Art Sous Terrain.

„Es wird kommuniziert wie nie zuvor. Alles wird bloßgelegt“, sagt die Künstlerin Birgit Wilde, die die Ausstellung kuratiert hat. Um beiläufig bekannte Stichworte wie Twitter und Facebook fallen zu lassen. „Aber über das, was wichtig wäre, wird nicht gesprochen.“ Und so blickt der Ausstellungsbesucher beim Betreten des Schlosskellers auf eine leere Klammer aus Silberdraht. Eine erste „Fußnote“ von Birgit Wilde. Wenngleich in Augenhöhe. Noch. Später nämlich werden dem Kunstwandelnden „Querschläger“ geballt zu Füßen stehen.

Aber zunächst warten Besinnlichkeit, Ruhe, Träumereien. Die „Ernste Stunde“ in Feder von Yi Sun wirkt in sich gekehrt und nachdenklich, dennoch nicht schwer. Beinahe „leicht“ sogar ihr in der Farbe der Romantik gehaltenes, gläsernes Buch „Die Familie“, das Fotos von Mutter, Bruder und Schwester leise durchscheinen lässt. Ihr Siebdruck auf Papier „Ich bin nicht allein“ schwingt gar wie die zarten Wellen.

Als Nächstes prallen verschiedene Kulturen aufeinander. Xianwei Zhu legt Ost und West wie in einem Schattenspiel ineinander. Die Romantik eines Caspar David Friedrich, sanfte Spuren der Kalligraphie


Von unserer Mitarbeiterin Marina Schilpp