Sport Lokal vom 27.07.2017

Das Sportgespräch: Der Böblinger Gerhard Mitter steuert beim Solitude Revival einen von seinem tödlich verunglückten Vater konstruierten Rennwagen

„Man muss in den Motor hineinhören“

  • „Man muss in den Motor hineinhören“

Tausende Besucher sind am Wochenende zum Solitude-Revival auf die legendäre Rennstrecke gepilgert, um einige Hundert historische Rennfahrzeuge- und Motorräder in Aktion zu bewundern. Mittendrin im Pulk befand sich der Böblinger Gerhard Mitter, der einen Wagen der Formel-Junior-Klasse, gebaut von seinem 1969 tödlich verunglückten Vater Gerhard Mitter, bewegte.

Eines davon lenkte sein Sohn Gerhard Mitter am vergangenen Wochenende im Rahmen des Solitude-Revivals. „Es hat viel Spaß gemacht. Die Organisation war in diesem Jahr sehr gut, das haben mir auch andere Fahrer wie auch Zuschauer bestätigt.“

Die Mitter-DKW waren Anfang der 60er Jahre in der Formel Junior sehr erfolgreich. Was ist das Besondere an diesen Rennwagen?

Gerhard Mitter: „Das Ungewöhnliche war der Gitterrohrrahmen, der eine Kunststoffkarosserie getragen hat. Damals waren Kunststoffkarossen noch sehr selten. Mein Vater war einer der Ersten, der diese gebaut hat. Die Basis des Fahrzeugs war ein DKW 1000, er hatte serienmäßig 45 PS.

85 PS waren damals ein Wort

Die Fahrzeuge meines Vaters hatten etwa 85 PS, das war damals ein Wort.“

Zehn Fahrzeuge dieser Art wurden gebaut und in alle Welt verkauft. Wissen Sie, wie viele davon noch existieren?

Gerhard Mitter: „Meines Erachtens nach sind es noch drei Stück. Ein Wagen befindet sich im Besitz eines Unternehmers aus Norddeutschland, einer steht im Museum Boxenstop in Tübingen von Rainer Klink. Der Wagen, den ich auf der Solitude gefahren bin, gehört Tobias Aichele aus Stuttgart.“

In Ihrem Besitz befindet sich also kein Fahrzeug?

Gerhard Mitter (Bild: z): „Ich hatte vor Jahren erfahren, dass die Rennfahrerfamilie van der Merwe aus Südafrika einen Wagen hatte und diesen verkaufen wollte. Ich hatte versucht, Kontakt


Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer