Lokales vom 12.10.2017

Böblingen: Großübung der Feuerwehr bei der Firma Pfinder deckt Schwachstellen bei der Wasserversorgung auf / Besorgte Bürger melden sich bei der Stadt

Mängel finden dank Übungen

  • Mängel finden dank Übungen

Bei einer Übung in der Böblinger Rudolf-Diesel-Straße haben die Freiwilligen Feuerwehren aus Böblingen und Sindelfingen sowie weitere Wehren aus dem Kreis einen Großbrand bei der Firma Pfinder Chemie simuliert. Dabei stellte sich heraus, dass das Wasser aus dem Hydranten-System im Ernstfall nicht ausreichen würde, um ein solches Feuer zu löschen.

Um 19.36 schlägt am Dienstagabend in der Böblinger Rudolf-Diesel-Straße der Alarm bei der Firma Pfinder an. In einem überdachten Außenlager der Chemie-Firma, die insgesamt rund drei Millionen Liter brennbare Flüssigkeiten lagert, ist ein Feuer ausgebrochen. Schon bald treiben dicke Rauchschwaden über das Gelände, Hilfe-Rufe gellen über die Straße. Um 19.47 Uhr ist eine ohrenbetäubende Explosion zu hören, der um 19.50 und 20 Uhr zwei weitere folgen.

Besorgte Anwohner melden sich bei Stadt und Feuerwehr: Bei vielen Bürgern ist die Information nicht angekommen, dass an diesem Abend eine Großübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Böblingen, Sindelfingen, Aidlingen, Magstadt, Nufringen, Schönaich, Weil im Schönbuch und Steinenbronn ansteht.

Auch die weiträumige Absperrung der Rudolf-Diesel-Straße wird von vielen Bürgern nicht wahr oder ernst genommen: Noch während die Feuerwehr mit insgesamt 40 Fahrzeugen und rund 180 Einsatzkräften anrückt, gefolgt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit zwei Fahrzeugen und 13 Helfern und der Polizei mit einem Streifenwagen, fahren zahlreiche Autos durch die Straße und behindern die Übung.

„Die Öffentlichkeitsarbeit ist offensichtlich schwierig“, sagt OB Wolfgang Lützner: „Wir erreichen nur einen Teil der Bevölkerung, auch wenn wir in den sozialen Medien aktiv sind. Die Bürger sind beunruhigt, obwohl wir alles versuchen, um die Informationen rechtzeitig rüberzubringen.“

Dass die Absperrung der Straße während der Übung nicht ernst genommen wird, sieht Tobias Wankmüller, einer der Pressesprecher der Böblinger Feuerwehr, locker: „Im Ernstfall würde hier niemand durchfahren, denn es wären viel mehr Streifenwagen der Polizei zum Absperren vor Ort.“ Bei einer Übung könne man diesen Aufwand der Polizei allerdings nicht rechtfertigen, so Wankmüller.

Nicht nur bei einer Übung, sondern auch im Ernstfall, spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine entscheidende Rolle: Pressesprecher Mario Schnepf übt mit seinem Team, wie die Medien präzise und schnell informiert werden können. „Wir verfassen während der laufenden Übung drei Pressemeldungen“, so Schnepf, „denn im Ernstfall würden wir genauso vorgehen.“

Dabei gehe es nicht nur um Transparenz der Feuerwehr, sondern darum, die Reichweite der Medien zu nutzen, um die Bevölkerung rasch über eine Gefahrenlage zu informieren: „Über Medien wie die SZ/BZ und deren Internetpräsenz können wir Menschen erreichen, an die wir selbst nicht so schnell herankommen“, so Mario Schnepf.

Um 19.43 trifft Einsatzleiter Thomas Frech, Kommandant der Böblinger Wehr und Stadtbrandmeister, bei der Firma Pfinder ein und teilt den Einsatzort in drei Abschnitte ein: Dem logistischen und


Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber