Top-Thema vom 23.10.2016

Maichingen: Einweihung der Neubauten an der Johannes-Widmann-Grund-, Gemeinschafts- und Werkrealschule

Hell, freundlich und barrierefrei

  • Die Einweihungsfeier an der Johannes-Widmann-Schule in Maichingen war gut besucht. 	Bild: Stampe Die Einweihungsfeier an der Johannes-Widmann-Schule in Maichingen war gut besucht. Bild: Stampe

Erste größere Veranstaltung, schon platzt die Mensa aus allen Nähten. Kein Planungsfehler, sondern ein Erfolg. Viele waren der Einladung der Johannes-Widmann-Schule in Maichingen gefolgt, wo unter Anführung von Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer Mensa und Erweiterungsbau nach 18 Monaten Bauzeit eingeweiht wurden.

Noch ist alles sehr neu und das Schuljahr frisch, wie der OB erlebt. Für sein städtisches Mitbringsel an die Schüler der Johannes-Widmann-Schule in Maichingen, einen Büchergutschein für den Leseraum, gibts keinen, der es offiziell entgegen nehmen könnte. Einen Schülersprecher habe man noch nicht, erklärt Rektor Ockenfuß. So drückt der OB sein Geschenk einfach dem Nächstbesten in die Hand.


„Fast wie ein Hotel“
Jungfräulich aber ist der Neubau mit Mensa nicht mehr. Nach drei Wochen Betrieb gibt es erste Erfahrungsberichte. „Superklasse, fast wie ein Hotel“, verkündet Siebtklässler Noah Döttling vor versammelten Einweihungsgästen. „Fast wie ein Hotel – Das hab’ ich so auch noch nicht gehört“, gesteht Dr. Bernd Vöhringer und verbindet damit die Hoffnung, dass sich das auch im Alltag widerspiegle.
Es ist als Minimum ein soliderer Alltag, der nun anbricht. Denn damit sind die 17 Jahre lang als provisorische Unterrichtsräume dienenden Container passé. Erst aus dem SZ/BZ-Interview mit dem Schulleiter Lothar Ockenfuß erfuhr er, dass die Container an der Schule unterm Namen „Pavillon“ firmierten. „Das werden wir in den offiziellen Sprachgebrauch aufnehmen“, scherzt OB Dr. Vöhringer.
Auch ein weiteres Maichinger Beispiel könnte Schule machen, ginge es nach ihm. Denn ein Landeszuschuss sei keinesfalls sicher gewesen. Zu den 5,9 Millionen Kosten für die Stadt habe das Land dann doch 1,1 Millionen dazu gegeben. „So kann das Land fortfahren.“ Die Schulneugestaltung mit den jetzt eingeweihten 1740 Quadratmetern wird zum vorläufigen Abschluss erst im Frühjahr 2017 kommen: Im Mai soll die Umgestaltung der Außenanlagen für 600 000 Euro abgeschlossen sein. Bei all den städtischen Investitionen in Bildung und Betreuung – 13,8 Millionen im Doppelhaushalt –gehe es darum, die Voraussetzungen zu schaffen, junge Menschen fit für die Zukunft zu machen. „Als weiterführende Schule ist sie ganz wichtig für Maichingen“, unterstreicht er dabei die Bedeutung der Gemeinschaftsschule. Derzeit ist die Schule nicht nur Grund- und Gemeinschaftsschule, sondern hat noch Werkrealschulklassen.
„Würde ein Astronaut auf seinen Runden seinen Fokus auf Maichingen richten, könnte er sehen, dass ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung geht“, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Leber in Anknüpfung an den zuvor von dem Chor der 6a und 6b intonierten Song „Astronaut“ und Anspielung auf die Pavillon-Container. „Es sind keine Prunkbauten entstanden“, macht Leber indes deutlich. Man erfülle nur die Richtlinien und habe auf Nachhaltigkeit gesetzt. So sei die Klinkerfassade im Bau zwar zunächst teurer, komme aber auf 25 Jahre gerechnet günstiger als eine Putzfassade.
Es ist auch diese Klinkerfassade, die zum mysteriösen „BSH“ anregte, dass als Bezeichnungskürzel für den jüngsten Neubau dient. „BSH“ bedeutet Buntsteinhaus, erklärt Schulleiter Lothar Ockenfuß auf Nachfrage. „Es ist fantastisch zu sehen, wie viele Menschen Verbindung zur Johannes-Widmann-Schule besitzen“, sagt der Rektor in seiner offiziellen Rede angesichts einer Mensa jenseits der Kapazitätsgrenzen von 150 Sitzplätzen.
Im „BSH“ finden sich vier Klassenräume und drei Arbeitsräume, im Obergeschoss zwei naturwissenschaftliche Fachräume mit Vorbereitungsraum und ein Zeichensaal sowie zwei Ruhe-Stillarbeitsräume. Die Gruppenräume ermöglichten zeitgemäße Lernformen wie Lernen in Kleingruppen oder Arbeiten auf unterschiedlichen Niveaus, erklärt Ockenfuß.
Die Räume, auch die naturwissenschaftlichen, könnten multifunktional genutzt werden, sagt Architekt Karl-Heinz Nagel. Für ihn sei der Neubau der Schlussstein in der Wandlung der Schule zur Gemeinschaftsschule. Hell, freundlich mit robusten Materialien, dazu barrierefrei mit Aufzug, beschreibt er knapp Funktion und Ästhetik des „BSH“. Die Feierlichkeiten umrahmten mit vielen lustig-launigen Beiträgen Grundschul- und Schulchor, die Cajon-Trommelgruppe der 7b und die von Thomas Schneck erst nach der Sommerpause mit Sechsklässlern ins Leben gerufene Schulband. Nach der Einweihung folgte BSH-Besichtigung und das in der Regel nur alle zwei Jahre ausgerichtete Schulfest unter dem Motto „Eine Welt – Eine Schule“.


Bernd Heiden