Leben und Menschen vom 20.03.2017

Sindelfingen: Madeleine Frey feiert ihre erste Vernissage als Leiterin der Galerie der Stadt mit den Raum-Installationen, Bildern und Fototapeten von Benjamin Appel

Große Betonplatte schürt die Neugier

  • Große Betonplatte schürt die Neugier

Die Feuertaufe ist bestanden. Mit einem vollen Haus feierte Madeleine Frey ihre erste Vernissage als Leiterin der Galerie der Stadt Sindelfingen. Mit den Raum-Installationen des Künstlers Benjamin Appel setzt sie „unverwechselbare Akzente“ in Sindelfingen, sagt Kulturamtsleiter Horst Zecha.

Schon bei ihrem Bewerbungsgespräch im letzten Sommer habe Madeleine Frey auf die Struktur des Gebäudes abgehoben, sagt Horst Zecha: „Solch eine Ausstellung werden Sie beim besten Willen nicht woanders finden. Sie ist für Sindelfingen geschaffen.“ Die Galerie sei dank der langjährigen Arbeit des ersten Leiters Otto Pannewitz als Kulturinstitution in der Stadt verwurzelt, sagt der Kulturamtsleiter: „Sindelfingen findet immer wieder gute Nischen und wir tun das mit sehr viel Selbstbewusstsein. Natürlich verstehe ich die Neugier auf die neue Ausstellung. Jeder möchte wissen, was wir uns da ins Haus geholt haben.“

Madeleine Frey erklärt die Wahl von Benjamin Appel für ihre erste Ausstellung: „Wir haben schon gemeinsame Projekte gemacht und für die sehr schönen und speziellen Räume der Sindelfinger Galerie schwebte mir ein Konzept vor, das ich mit dem Künstler lange diskutiert habe. Die große Betonplatte über drei Räume, die abgehängte Gipsdecke oder die Fototapeten mit Bildern von zwölf Pfirsichbäumen sind mehr als nur reiner Effekt. Es steckt die Grundidee der Ecke, des rechten Winkels dahinter.“

Selbst für das Oktogon hat Benjamin Appel eine Lösung gefunden und zusammen mit Tarek Musleh vom Galerie-Team das erste Video seiner Künstler-Karriere produziert. Und im Obergeschoss des Anbaus von Josef Paul Kleihues hat der heute in Leipzig lebende Künstler mit Bleistift sein Credo für die Sindelfinger Ausstellung geschrieben. Der letzte Satz des das ganze Oktogon umfassenden Schriftzugs ist das Motto für die ganze Ausstellung: „Den Keller mit Beton füllen.“

Im Mai macht Madeleine Frey weiter mit ihrem neuen Raumkonzept für die Galerie: Ein Erdgeschoss-Raum wird zum Schaufenster für junge Kunst mit Arbeiten von Sarah Wohler, der zweite Saal das Kabinett


Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch