Kultur Lokal vom 17.05.2017

Sindelfingen: Zweites Konzert der Orgelreihe mit dem Reutlinger Knabenchor „Capella Vocalis“

Glaube, Zweifel und Liebe

  • Glaube, Zweifel und Liebe

Mit Werken von Johannes Brahms, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel gestaltete der Reutlinger Knabenchor „Capella Vocalis“ unter Leitung von Christian J. Bonath und Organist Eberhard Becker gemeinsam mit Horst Zecha (Liturgie) das zweite Konzert der Sindelfinger Orgelreihe in der Martinskirche.

Erst ganz leise und aus der Ferne, dann immer deutlicher und in voller Kraft: Durch den singenden Einzug der „Capella Vocalis“ in die Martinskirche entfaltete sich der italienische Hymnus „Alta trinita beata“ sukzessiv und stimmte die Zuhörer thematisch auf das zweite Konzert der 28. Sindelfinger Orgelreihe in der romanischen Martinskirche ein. Das 14 Werke umfassende Programm wurde, passend zum diesjährigen Thema „Credo – Ich glaube“, von vier Choralthemen aus dem „Credo“ gegliedert und thematisch bestimmt.

Dem ersten Programm-Abschnitt stellte Chorleiter Christian J. Bonath gemeinsam mit vier Sängern des Knabenchors den gregorianischen Choral „Credo in unum Deum“ („Ich glaube an einen Gott“) voran. Bekräftigt wurde diese elementare Glaubensaussage mit Werken wie Edward Elgars „Ave verum“ („Sei gegrüßt, wahrer Leib“) oder Bernhard Kleins vierstimmige Motette „Der Herr ist mein Hirt“.

Schon hier zeigte sich die gesangliche Qualität des seit 1922 bestehenden Knabenchors. Dynamisch beweglich, mit einer besonderen Aufmerksamkeit für das langsame Verklingen der Schlusstöne, gestaltete „Capella Vocalis“ die mehrstimmigen Musikstücke. Lediglich das ein oder andere laute Handyklingeln der Konzertbesucher störte den besinnlichen Charakter des Abends.

Über dem vollen Bass und den frischen Tenor- und Altstimmen schwebten glockenklar die jungen Sopranstimmen, die den Klang des Reutlinger Knabenchores wesentlich prägen. Bei Marc-Antoine Charpentiers


Von unserer Mitarbeiterin Rebekka Schütz