Kultur Lokal vom 15.11.2017

Sindelfingen: Hommage an Mercedes Sosa im Pavillon der IG Kultur

Erinnerungen an eine Ikone


Konzert, Lesung, Bilderschau – die Hommage an die lateinamerikanische Sängerin und Weltmusikerin Mercedes Sosa im Sindelfinger Kulturpavillon war vielschichtig. Die Präsentation des Abends durch Barbara Moreno und Gitarrist Markus Wirth hatte zugleich aber auch etwas von einer Volkshochschulveranstaltung.

„Soweit ich weiß, führt sie dieses Programm tatsächlich auch in solchen Einrichtungen auf“, meinte von der IG Kultur der schon seit einigen Jahren in Kontakt mit Barbara Moreno (Bild: z) stehende Albrecht Barth. Eingestimmt auf das Herkunftsland der 1935 in der nordwestlichen argentinischen Provinz Tucuman geborenen und 2009 in Buenos Aires verstorbenen Mercedes Sosa wurde mit einer Bilderschau.

In knapp zehn Minuten ging es da zu einer passenden musikalischen Konservenuntermalung durch vielfältigste Landschaften von Eis bis heiß. Die Iguacu-Wasserfälle durften dabei ebenso wenig fehlen wie Motive mit putzigen Pinguinen, Schaf- und Rinderherden und natürlich der insbesondere in der Hauptstadt allgegenwärtige Tango.

Die aus der Dominikanischen Republik stammende und in Ulm lebende Barbara Moreno trug dann biografische Details vom Leben der mit Interpretationen traditioneller und zeitgenössischer Lieder von Víctor Jara, Pablo Neruda, Violeta Parra oder Atahualpa Yupanqui und der Auseinandersetzung mit sozialkritischen und politischen Inhalten bekannt gewordenen Folkloresängerin vor. Gestenreich interpretierte Moreno mit dem ihr eigenen Temperament bekannte Songs, darunter „Las Manos de mi Madre“, „Los Hermanos“ oder das ruhig beginnende, sich dann aber ganz dem Titel entsprechend kraftvoll-wuchtig entwickelnde „La Maza“.

Zum Gedichtvortrag des von Widerstandskraft erzählenden „Wie die Zikade“ („Como la cigarra“) gab es statt Gitarrenbegleitung perkussive Untermalung, der Einsatz einer Mundharmonika verlieh einzelnen Songs eine Stimmung, die durchaus an Bob Dylan erinnert. In der Pause gab es Fingerfood mit diversen Gemüsepasten auf Brot. Auch wenn’s ein insgesamt ruhiger Abend war, so gab er doch Anlass, nicht nur Erinnerungen eigener Erlebnisse vergangener Reisen nach Südamerika auszutauschen, sondern auch an Mercedes Sosa und ihren Appell an Solidarität, Liebe und Toleranz zu erinnern. Dies kann in heutigen Zeiten nicht oft genug geschehen.


Von unserem Mitarbeiter Thomas Volkmann