Kultur Lokal vom 12.09.2017

Dätzingen: Zum 70. Geburtstag des Sindelfinger Künstlers Joachim Kupke inszeniert die Galerie Schlichtenmaier ein spannendes künstlerisches Intermezzo

Eine Hommage an die Hommage

  • Eine Hommage an die Hommage

Der Maltesersaal auf Schloss Dätzingen ist gerappelt voll. Mehr als das. Die Besucher der Ausstellung „Homage to Modern Art. Mit einem Intermezzo zum 70. Geburtstag von Joachim Kupke“ stehen bis in den Gang. Zu sehen ist die Schau in der Galerie Schlichtenmaier bis 4. November.

Kollegen wie Marinus van Aalst, Monika Elsner, Horst Peter Schlotter, Rainer Simon oder Linde Wallner sind da. Ehemalige Schüler von Joachim Kupke auch. Die Leiterin der Städtischen Galerie Böblingen Corinna Steimel ebenso wie Ursula Kupke vom Galerieverein Böblingen, der Stuttgarter Galerist Marko Schacher aus Böblingen und der ehemalige Kulturamtsleiter der Stadt Sindelfingen Dieter Hülle.

Selbstverständlich auch Künstler der die kleine Ausstellung zum Vermeer-Hommagisten Kupke umrahmende Ausstellung wie Peter Sehringer. „Ich liebe Ausstellungen in Ausstellungen“, sagt der Jubilar schwärmend, bescheiden am ruhigeren Rand der Kunsttrauben stehend, sich über die Kunst unterhaltend. Die 70 mit einem Lächeln unter dem Arm, kommen stets neue Gratulanten auf ihn zu.

Kupke selbst hat den Titel „Homage to Modern Art“ geprägt. Nachdem er den Schriftzug aus einem Werk des postmodernen Künstlers Ian Hamilton Finlay in sein Gemälde übertragen hat. Unter den Ausschnitt eines niederländischen Interieurs nach Jan Vermeer. „Kupke vereint als konzeptioneller Realist, wie er sich selbst bezeichnet, kunsthistorische Zitate zu überraschenden, zuweilen irritierenden Bildern, in denen Dada, Pop oder Street Art auf Vermeer und Co. treffen“, formuliert Dr. Günter Baumann.

„Ich wollte eigentlich spielen“, sagt Kupke vor dem den Betrachter fixierenden Streifen-Bild „Silence of Songbirds etc.“, das er als „Bild der Blicke“ bezeichnet: „Die Dame von Vermeer schaut einen an. Ich fand ihren Blick ganz beeindruckend.“ Während die Klavierspielerin in der National Gallery hängt, entdeckte er in Den Haag den Zeisig mit den berührenden Augen. Eine Ikone mischte sich poppig dazu. Aber Marilyn Monroe schaut weg.

Nicht aber die Ausstellungsbesucher. Sie stehen Schlange vor den Bildern. Neue Freunde der Kunst kommen dazu. Auch mit der Bitte um eine Signatur.

Ein anderer Schriftzug, ein geschriebenes Bild, findet sich gleich zu Beginn. Die „Ansicht in Delft“. Mit den Daten über das Museum, in dem sie zu Hause ist. Sie wird sich finden. Internet sei


Von unserer Mitarbeiterin Marina Schilpp