Kultur Lokal vom 05.10.2017

Böblingen: Heimspiel für das Blümlein Terzett im Blauen Haus

Dribblings und Spickzettel


iert kombiniert, die Abwehr in Gestalt eines rhythmisch die hinteren Räume ausfüllenden Schlagwerks (Eckhard Stromer) steht felsenfest, leitet nicht selten neue Aktionen ein oder gibt das Tempo vor.

Dirk Blümlein am E-Bass versteht sich nicht nur auf Standardsituationen (Akkorde), sondern unternimmt auch immer wieder fingerfertige Dribblings. Andreas Francke am Saxofon steht dem Libero in Melodie gebender Hinsicht in nichts nach, etwa wenn schnelle Triolen an Täuschungsmanöver im Zweikampf erinnern.

Auch wenn die Gangart manchmal ruhig und gemächlich ist (das Stück „In Heimsheim daheim sein“ strahlt Geborgenheit aus), so ist der Zug zum Tor doch stets auch hier zu spüren, bei den groovenden Nummern sowieso („Ganze Hosen“ kombiniert Funk mit fettem Bass, knackigen Beats und einem lyrischen Saxofon).

Und dass beim „klärenden Schotten“ für einen kurzen Moment Reggaerhythmik aufscheint und das Terzett „I shot the Sheriff“ zitiert, passt zur emotionalen Achterbahnfahrt des damaligen Spiels, bei dem der VfB nach knapp 20 Minuten nur noch zu zehnt agieren durfte.

Und noch eine Parallele zum Fußballspiel gab’s: Wie einst Torwart Jens Lehmann zog auch Dirk Blümlein immer wieder einen Spickzettel aus der Hosentasche – um abzulesen, welcher Titel als nächstes auf dem „Elfmeterpunkt“ im Blauen Haus losgetreten würde.

Wenn im kommenden Jahr das in Arbeit befindliche nächste Album des Terzetts aufgenommen sein sollte, wäre die Böblinger Heimspiellocation für Blümlein und seine beiden Kollegen sicher die richtige Adresse für ein weiteres Testspiel.


Von unserem Mitarbeiter Thomas Volkmann