Lokales vom 17.07.2017

Böblingen: Über 500 Besucher feiern mit der Gesamtkirchengemeinde 500 Jahre Reformation

Die Spaltung überwinden

  • Die Spaltung überwinden

Unter dem Motto „500 Jahre Reformation ... da ist Freiheit“ hat die Böblinger Gesamtkirchengemeinde von Donnerstag bis Sonntag mit einem Festwochenende das Reformationsjubiläum gefeiert. Zum Festsamstag in und vor der Alten TÜV-Halle und dem abendlichen Gospel-Konzert mit Theresa Burnette kamen über 500 Zuschauer.

Damit hat die Böblinger Gesamtkirchengemeinde unter der Leitung von Dekan Dr. Bernd Liebendörfer und mit den Pfarrern Eva Schury und Dietrich Groh von der Martin-Luther-Kirche, Gerlinde Feine und Wolfgang Salm von der Stadtkirche, Andreas Mertens von der Paul-Gerhardt-Kirche sowie Moritz Twele und Friederike Strauß von der Christus-Kirche zum ersten Mal ein gemeinsames Fest gefeiert – unterstützt von rund 100 Helfern.

„Das Fest ist beschwingt, lebendig und begeistert die Menschen“, sagt Eva Schury: „Damit ist es eine tolle Möglichkeit für die vier evangelischen Kirchengemeinden von Böblingen, enger zusammenzuwachsen.“ Außerdem ziehe so ein Fest Neugierige jenseits der Kernklientel an, die den Kirchengemeinden ohnehin nahestehen. „Die Kerngemeinde ist selbstverständlich da“, sagt Eva Schury am Samstagnachmittag vor der Alten TÜV-Halle, als das Reformationsfest in vollem Gang ist: „Aber es sind auch viele Gesichter da, die ich nicht kenne.“ Sie könne sich deshalb vorstellen, ein solches Fest künftig auch ohne Reformationsjubiläum zu veranstalten, so Schury.

Doch beim Reformationswochenende geht es nicht nur ums Zusammenwachsen der evangelischen Kirchengemeinden: Bewusst hat die Gesamtkirchengemeinde ihr Fest unter das Zeichen der Ökumene gestellt, betont also den Zusammenhalt verschiedener christlicher Konfessionen. „Die Ökumene wird in Böblingen traditionell schon immer großgeschrieben“, sagt Dietrich Groh: „Bei unserem Reformationsfest soll Christus im Mittelpunkt stehen, nicht unbedingt die evangelische Kirche.“ Bei manchen Christen werde die Reformation immer noch als Spaltung wahrgenommen, sagt Eva Schury: „Unser Reformationswochenende soll dazu beitragen, diese Spaltung zu überwinden.“

Mit einem Sternmarsch und einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst beim Oberen See am Sonntag findet dieser ökumenische Gedanke seinen sinnbildlichen Ausdruck: Vom ökumenischen Gemeindezentrum


Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber