Sport Lokal vom 17.07.2017

Radsport: Bei der zweiten Auflage des Heckengäu Bike-Marathons in Aidlingen ist das Feld auf rund 220 Teilnehmer gewachsen / Der Sieger bleibt unter zwei Stunden

Die knackige Strecke macht Laune

  • Die knackige Strecke macht Laune

Die Siegerzeit der Premiere ist pulverisiert, der Staffelwettbewerb nahm Tempo auf, die Bedingungen hätten kaum besser sein können: Der Heckengäu Bike-Marathon rund um das Aidlinger Vogelherdle hat auf die gequälten Gesichter der Sportler ein erschöpftes Lächeln geschnitzt. Und es ist sogar noch Luft nach oben.

Fast ein Drittel mehr Teilnehmer haben sich gegenüber 2016 auf die Sättel geschwungen und ließen das Feld auf rund 220 Wadenpaare anwachsen. Das ist das eine Indiz dafür, dass Organisator Jochen Wälde wohl den richtigen Riecher hat. Das zweite Anzeichen: Hatte sich letztes Jahr noch keine einzige Staffel angemeldet, waren es am Sonntag gleich elf davon. Rund um die Wechselzone war das Hallo entsprechend groß. Damit greifen zwei der drei strategischen Ansätze wunderbar.

Beim dritten Ziel ist dagegen noch deutlich mehr drin: Insgesamt machten sich nur sieben Frauen am Sportgelände auf den Weg. Das wurmt Jochen Wälde: „Es sind doch so viele Frauen auf Montainbikes unterwegs. Ich weiß nicht, ob sie sich vielleicht noch nicht trauen. Ich hoffe, es spricht sich herum, was hier oben abläuft. Zumindest die Light-Version sollte doch drin sein.“ Damit ist die Idee hinter der Hatz über Stock und Stein ebenso erklärt wie die Schwierigkeit der Aufgabe: Es gilt, aus einem allein durch die Topografie begrenzten Umfeld das Maximale herauszuholen – und dabei Profis wie Fortgeschrittene gleichermaßen mitzunehmen.

So gesehen läuft in Aidlingen schon ziemlich viel richtig. Einer, der das beurteilen kann, ist Michael Löffler. Der Herrenberger, der beim Daimler in Sindelfingen arbeitet, kam als Sechster ins Ziel und gewann seine Altersklasse. Er meint: „Wir sind hier nicht im Schwarzwald, das muss den Leuten klar sein. Trotzdem sind hier immer wieder schöne, knackige und enge Trails dabei.“ Das garantiert, dass die großen Könner und diejenigen, die es vielleicht einmal werden könnten, nebeneinander Spaß haben können. Zumal „es hier auch nicht besonders schwierig ist, Fahrer, die man vielleicht überrundet, oder andere aus der Light-Klasse zu überholen“, so Michael Löffler.

Er gehört zu denjenigen, die ordentlich Dampf in den Beinen haben. Das kommt freilich nicht von ungefähr, sondern von manchen Extrarunden, die die Leistungsunterschiede erklären. Nach der Frühschicht geht es eben mal nicht auf dem direkten Weg zurück nach Herrenberg, sondern über eine Schleife durch den Schönbuch fünfmal den Falkenkopf hinauf.

Für ganz nach vorne reichte das am Sonntag immer noch nicht – was kein Wunder ist. Mit dem Tuttlinger Studenten Peter Hermann vom Team Centurion Vaude radelte vorne einer weg, der pro Woche 25 Stunden trainiert und unter zwei Stunden blieb. Genau brauchte der Niedersachse 1:58:19 Stunden. Auch der Zweitplatzierte, Benjamin Pfrommer, und der Dritte, Jens Becker, waren schneller als der Vorjahressieger Matthias Pfrommer, dessen 2:08:11 Stunden vor dem Start außer Reichweite schienen. „Der Boden war recht griffig. Ich glaube, letztes Jahr war das schwieriger“, meinte Peter Hermann, der vor zwei Wochen noch einen Vierstünder im Zillertal bestand und sich dabei zwei Stunden lang am Stück den Berg hinauf trieb. Zum Vergleich: Könner packen den längsten Anstieg in Aidlingen in weniger als fünf Minuten.

War das Frauenfeld im Vergleich zu den Männern äußerst dünn gesät, so brachten die Siegerinnen wenigstens Lokalkolorit mit über die Ziellinie. Über die lange Strecke gewann Rahel Trebing aus


Von unserem Redakteur Jürgen Wegner