Lokales vom 19.05.2017

Kreis Böblingen: Ideen zur Verlängerung der Schönbuchbahn verschwinden in der Schublade / Für ein drittes Gleis im Nadelöhr zwischen Böblingen und Vaihingen fehlt das Geld

Böblingen bleibt erst einmal Endstation

  • Böblingen bleibt erst einmal Endstation

Die Euphorie ist der Nüchternheit gewichen. Hatte Landrat Roland Bernhard noch vor ein paar Wochen, als er im Baskenland den Vertrag über die neuen elektrischen Züge für die Schönbuchbahn unterschrieb, von einer möglichen Verlängerung dieser Regionalbahn bis nach Stuttgart geschwärmt, so hat sich mittlerweile gezeigt: So schnell werden in Bund und Land dann doch keine Weichen gestellt.

Das ursprüngliche Gedankenspiel, das vom Verband Region Stuttgart angestoßen wurde: Die Linie von Dettenhausen über Böblingen hinaus zu verlängern und über die Panoramastrecke in den Norden Stuttgarts – oder gar weiter bis Richtung Ludwigsburg – zu ziehen. Die Umsetzung dieses Gedankens hätte nicht nur das Zeug dazu, die S-Bahn zu entlasten, sondern hätte für die Schönbuchbahn eine Aufwertung bedeutet. Doch hätte, wäre, sollte: Die Zeit ist dazu wohl noch nicht reif.

Das liegt einerseits am bereits vorhandenen Verkehr auf der Schiene und an der Infrastruktur. Am Böblinger Bahnhof kommt alles zur halben und zur vollen Stunde an. Auch die Schönbuchbahn. Würde sie in Richtung Stuttgart weiterfahren, säße ihr zwangsläufig die S-Bahn im Nacken, die mit 120 Stundenkilometern in der Spitzengeschwindigkeit auch noch schneller ist als die neuen Züge aus Spanien. Dazu tummeln sich zusätzlich Intercity-Züge, Interregio- und Regional-Züge auf dem Doppelgleis zwischen Böblingen und Stuttgart-Vaihingen. Dazu kommt in absehbarer Zukunft auch noch der Metropolexpress.

Diese Züge sollen den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene im Großraum Stuttgart – außerhalb des S-Bahn-Angebots – wesentlich attraktiver machen. Im Halbstundentakt sollen diesen


Von unserem Redakteur Hansjörg Jung